Bauindustrie zur bautec 2014

GiNN-BerlinKontor.-–„Der Wohnungsbau wird auch 2014 die treibende Kraft der baukonjunkturellen Entwicklung bleiben. Wir gehen in diesem Segment von einem Umsatzplus von 5 % aus. Aber auch der Wirtschaftsbau und der öffentliche Bau werden sich mit 2,5 % bzw. 3,5 % positiv entwickeln, so dass wir für das laufende Jahr ein nominales Umsatzplus von insgesamt 3,5 % prognosti­zieren.“ Dies erklärte am 13.02. der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Heiko STIEPELMANN zur Eröffnung der Baufachmesse bautec in Berlin.

„Im Wohnungsbau kommen die stärksten Impulse aus dem Mehrfamilienhaussegment. Hier hat 2013 das Genehmigungsplus bei 23 %bzw. fast 20.000 Wohnungen gelegen“, so Stiepelmann. Berlin sei dabei im Vergleich von zehn Großstädten bzw. Regionen in Deutschland Spitze. Die Hauptstadt liege mit rund 5.300 Neubau­Genehmigungen für die ersten drei Quartale vor Hamburg (4.900) und München (4.600).

Stiepelmann sieht weiter wachsenden Bedarf im Wohnungsbau: „Viele Zuwanderer zieht es in die wachstumsstarken Regionen, wo die Wohnungs­nachfrage ohnehin schon über dem Angebot liegt. Verantwortlich dafür sind unzureichende Neubauaktivitäten in den vergangenen Jahren und das deutliche Bevölkerungs- und Haushaltswachstum.“ Nach Einschätzung des Verbandes seien 2013 nur rund 230.000 Wohnungen fertiggestellt worden. Benötigt würden aber mindestens 250.000. Für 2014 rechnet der Bauspitzenverband mit Fertig­stellungen von rund 250.000 bis 260.000 Wohnungen.

Neben dem Neubau seien aber auch verstärkte Aktivitäten bei der energetischen Sanierung notwendig. „Wir begrüßen die Zusage der neuen Bundesregierung, die Zuschüsse an die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für die Wohnraumsanierungsprogramme aufzustocken“, sagte Stiepelmann. Dennoch gebe es viele Wohnungen, bei denen sich eine Sanierung nicht mehr lohne. In diesen Fällen solle auch Ersatzneubau an gleicher Stelle durch die KfW gefördert werden. Sinnvollerweise seien die Maßnahmen zur energetischen Sanierung mit baulichen Anpassungen in Hinblick auf altersgerechtes Bauen zu kombinieren, wie zum Beispiel die Barrierefreiheit, Einrichtungen für alternative Pflegekonzepte oder Mehrgenerationenhäuser. Die KfW-Förderprogramme sollten dies entsprechend abdecken.

Aktuell stehe die Bauwirtschaft aber auch vor großen Herausforderungen im Personalbereich. Stiepelmann: „Für 2014 erwarten wir im Jahresdurchschnitt einen Anstieg auf 765.000 Beschäftigte. Die Unternehmen stehen dabei vor der Situation, sich einerseits kaum noch aus der Arbeitslosenreserve bedienen zu können, andererseits fehlen die Auszubildenden.“ 2013 seien nur noch 10.500 Auszubildende im ersten Lehrjahr im Bauhauptgewerbe verzeichnet worden. Das seien rund 2,3 % weniger als ein Jahr zuvor. Es werde daher in den nächsten Jahren eine der wichtigsten Aufgaben sein, die Nachwuchssituation zu verbessern.

„Aber angesichts des demografischen Wandels wird dies nicht ausreichen“, erläuterte Stiepelmann: „Wir unterstützen daher jede Initiative, die die Freizügigkeit von Arbeitskräften innerhalb der EU unterstützt, sei es im Bereich der Ausbildung oder durch Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland. Uns ist es wichtig zu signalisieren, dass Fachkräfte aus anderen Ländern benötigt werden und auch willkommen sind.“ (Quelle: bauindustrie.de)

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