Bauindustrie: Plädoyer für ÖPP-Projekte

GiNN-BerlinKontor.—„Öffentlich Private Partnerschaften haben den Qualitätstest bestanden: Die große Mehrheit der Auftraggeber und Nutzer attestiert ihren ÖPP-Projekten eine – im Vergleich zu konventionell realisierten Projekten – zumindest „vergleichbare“, vielfach aber auch „bessere“ oder „wesentlich bessere“ architektonische und funktionale Qualität.“ Mit diesen Worten kommentierte in Berlin der Vorsitzende des Arbeitskreises Öffentlich Private Part­nerschaften im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) Thomas TÖPFER, Mitglied des Vorstands der Bilfinger Berger SE, die Ergeb­nisse einer Auftraggeber- und Nutzerbefragung zur Qualität von ÖPP-Hochbauprojekten, die im Rahmen des Forschungsprojekts „Architekturqualität für ÖPP“ im Auftrag des Bundesbauministeriums (BMVBS) durchgeführt worden ist. „Damit dürfte das oft zu hörende Vorurteil, ÖPP gingen zulasten der Qualität, ein für alle Mal widerlegt sein“, so Töpfer.
Auftraggeber und Nutzer kommen in der Studie einmütig zu über­aus positiven Urteilen: 32 % der Nutzer attestierten ÖPP-Projekten im Vergleich zu konventionell realisierten Projekten eine „wesent­lich bessere“ oder „bessere“, weitere 13 % immerhin eine „vergleichbare“, nur 12 % eine „schlechtere“ oder „wesentlich schlechtere“ Qualität und Funktionalität. Die Auftraggeber bewerteten ihre ÖPP-Projekte im Vergleich zur konventionellen Realisierung sogar zu 40 % mit den Noten „wesentlich besser“ oder „besser“; weitere 43 % sehen die architektonischen und funk­tionalen Qualitäten „vergleichbar“, nur 8 % schätzen die Qualitäten von ÖPP-Projekten als „schlechter“ ein als die konventionell reali­sierter Projekte.

ÖPP-Ausschreibungen werden also – entgegen immer wieder zu hörender Vorurteile – keineswegs nur über den Preis entschieden, erläuterte Töpfer. 81 % der befragten Auftraggeber hätten die architektonische und funktionale Qualität im Rahmen des Gesamt­angebots in die Bewertung einbezogen, 28 % dafür sogar ein Fachgremium eingeschaltet. Im Durchschnitt sei die Qualität mit einem Gewicht von 28 % in die Wertung eingegangen. Nur 4 % der Auftraggeber hätten sich für den bei konventionellen Bau­vorhaben üblichen vorgeschalteten Architektenwettbewerb entschieden. Töpfer: „Der vorgeschaltete Architektenwettbewerb behält sicherlich für herausragende Einzelprojekte seine Bedeu­tung; die Umfrage zeigt aber auch, dass er keineswegs der einzige Weg der Qualitätssicherung ist.“

Für die deutsche Bauindustrie sei eine hohe architektonische und funktionale Qualität ein wichtiges Anliegen, erklärte Töpfer. Mit welchem Gewicht Qualität jedoch in die Bewertung der Angebote eingehe, liege in letzter Konsequenz in der souveränen Entschei­dung und damit auch in der Verantwortung des Auftraggebers. Die Bauindustrie halte nichts davon, diese souveräne Entscheidung des Auftraggebers durch Vorgaben von Bewertungsquoten einzu­schränken. (Quelle: HDB)

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