Bauindustrie: Gigantischer Bedarf

GiNN-BerlinKontor.—”.Die Bauwirtschaft kann in den nächsten Jahren gute Auftragseingänge erwarten. Die größte Chance liegt sicher in der Energiewende, denn hier werden in den nächsten zehn Jahren rund € 250 Milliarden investiert – sei es im Kraftwerksbau, bei der Speicherung von Energie, beim Ausbau der Stromübertragungsnetze oder beim Bau von Windkraftanlagen an Land oder auf See. Allein beim Bau von Off-Shore-Windkraftanlagen beträgt der reine Bauanteil 30 bis 40 %. Das ist eine riesige Herausforderung und Chance für unsere Betriebe”, so der Präsident des Hauptverbandes der deutschen Bauindustrie, Prof. Thomas BAUER, im Interview mit der Zeitschrift “BG BAU aktuell”.

Die Geschäftsentwicklung in der Bauwirtschaft – so Bauer – sei in der Gesamtbilanz gut. “Immerhin hatten wir ein nominales Umsatzplus von ein bis zwei Prozent – und das nach einem Rekordwachstum von 12,5 % im Jahre 2011.” Iin den einzelnen Bereichen sehe es jedoch sehr unterschiedlich aus.So habe man im Wohnungsbau sehr gute Zuwächse gehabt “weil die Menschen ihr Geld wieder in sichere Anlagen lenken, also in ‘Betongold’ investieren. Zusätzlich haben wir ein sehr niedriges Zinsniveau und einen großen Bedarf an neuen Wohnungen”, sagte Bauer.

Der Wirtschaftsbau sei zudem ” besser gelaufen als wir erwartet hatten”. Der Wirtschaftsbau sei aber eher “volatil, weil er immer am schnellsten auf die Konjunktur reagiert.” Die Bauindustrie sehe folglich die Entwicklungschancen dieses Bereichs vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im nächsten Jahr “eher skeptisch”.

Der öffentliche Bau habe sich auf Bundesebene stabil entwickelt, erklärte Bauer.. “Leider haben aber viele Kommunen – nach dem Auslaufen der Konjunkturprogramme und als Folge rückläufiger Investitionszuweisungen der Länder – weniger investiert. Daher hat es hier am Ende ein Minus von vier bis sechs Prozent gegeben. Ich befürchte hier im kommenden Jahr einen weiteren Rückgang.”

Bei der Energiewende in Deutschland kann der Bauindustriepräsident bisher keine vernünftige konzertierte Vorgehensweise erkennen. Bauer: “Man versucht alles mit einem marktwirtschaftlichen Steuerungsmechanismus zu organisieren – was sicher richtig ist – und das in einer unglaublich kurzen Zeit. Aber ohne eine steuernde Hand kann das auch nicht funktionieren. Für so etwas brauchen wir einen guten Masterplan. Bisher wissen die Investoren gar nicht, auf was sie sich einstellen sollen.”

In einigen Bereich der erneuerbaren Energien sei man “schon weit vor den Zielen, in anderen Bereichen liegt man zurück. Beispielsweise stehen massenweise Bauteile für Fundamente von Off-Shore-Windkraftanlagen an Land und werden nicht auf das Meer gefahren, weil der Bau der Leitungen, die die Energie von Norden nach Süden bringen sollen, nicht hinterher kommt. Das sind zurzeit unsere Probleme und dadurch leiden auch viele Bauunternehmen”, sagte Bau der BG BAU aktuell.
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Prof. Bauer kritisierte, dass die Bauwirtschaft in Deutschland ist in den vergangenen 20 Jahren nicht ausreichend gefordert worden sei. ” Man hat viel zu wenig gebaut. Gerade bei uns war man der Meinung, dass alles zubetoniert sei. Dabei hat man völlig übersehen, dass auch ein Gebäude oder eine Straße nur eine begrenzte Lebensdauer hat. Und jetzt spürt man plötzlich, dass vieles renoviert oder neu gebaut werden muss oder völlig neue Infrastrukturen entstehen müssen. Ich sehe hier einen gigantischen Bedarf.”

Zum beruflichen “Nachwuchs” in der Bauindustrie verwies Bauer auf den nach wie vor großen Personalbedarf sowohl bei den Facharbeitern wie bei den Ingenieuren.
Bauer dazu:  ”Die Studentenzahlen sind natürlich auch zurückgegangen, weil die Bauwirtschaft geschrumpft ist. Inzwischen ist die Lage wieder besser. Wir haben stark geworben und die Studentenzahlen sind wieder deutlich gestiegen. Trotz dieser erfreulichen Trendwende ist der Bedarf an Ingenieuren noch lange nicht gedeckt. Absolventen des Bauingenieurstudiums haben deshalb auch weiterhin beste Aussichten auf einen interessanten Berufsweg.” (Quelle: bauindustrie.de)

 

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