Bauindustrie: Bundesfernstraßen aus- und neu bauen

GiNN-BerlinKontor.—„Unser Straßennetz stößt bereits heute an seine Kapazitäts­grenzen. Ein weiterer Anstieg des Verkehrsaufkommens kann ohne volkswirtschaftliche Verluste nicht mehr aufgefangen werden. Wir müssen daher dringend in den Aus- und Neubau unserer Bundesfernstraßen investieren.“ Dies erklärte der Vorsitzende der Bundesfachabteilung Straßenbau des Haupt­verbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) , Dr.-Ing. H. Michael BRÖHL, nach einem Kolloquium „Wege aus dem Stau“, das der Bau-Spitzenverband gemeinsam mit dem Bundesverkehrs­ministerium, der Bundesanstalt für Straßen­wesen (BASt) und dem Bauindustrieverband Nordrhein-Westfalen in Bergisch-Gladbach veranstaltet hat. „Besonders vor dem Hintergrund des jetzt bekannt gewordenen Entwurfs des Investitionsrahmen­plans, nach dem es grundsätzlich in den nächsten Jahren keine Neubeginne geben soll, wird sich die Situation weiter zuspitzen. Deutschland ist dabei, einen seiner wichtigsten Standortvorteile aufs Spiel zu setzen“, so Bröhl weiter.

Bröhl verweist auf eine Studie der Verkehrsinitiative „Pro Mobilität“, nach der Deutschland im Vergleich zu anderen westeuropäischen Staaten jährlich nur noch 134 Euro pro Einwohner in sein Straßennetz investiert. Damit rangiere Deutschland mit Belgien und Großbritannien an vorletzter Stelle. Im Schnitt würden die elf untersuchten Staaten 203 Euro pro Einwohner ausgeben. Weiter geht aus der Studie hervor, dass bei einem jährlichen Bedarf von € 10 Milliarden im Bereich der Kommunalstraßen und € 1,5 bis € 2 Milliarden bei den Landesstraßen bestenfalls die Hälfte gedeckt sei. Damit betrage die Investitionslücke hier rund € 6 Mrd  pro Jahr. Den Bedarf bei den Bundesfernstraßen gibt die Studie mit € 8 Milliarden pro Jahr an. Bröhl weiter: „Für die nächsten Jahre plant der Bund jedoch nur knapp € 5 Mrd jährlich. Damit fehlen dort rund € 3 Mrd. pro Jahr.“ Mit den vorhandenen Mitteln kann der zukünftige Bedarf für die Erhaltung, Neu- und Ausbaumaßnahmen und dringend notwendigen Brückensanierungen nicht mehr bewältigt werden.

„Wer also Staus auf unseren Bundesfernstraßen beseitigen will, darf nicht Ursache und Wirkung verwechseln und die Baustellen dafür verantwortlich machen. Stattdessen müssten dem bis 2025 erwarteten Zuwachs von rund 80 % im Straßen­güterverkehr und von 20 % im Personenverkehr entsprechende Investitionen entgegen gesetzt werden. Allein 2010 hätten Staus mit einer Gesamtlänge von rund 400.000 Kilometern einem gesamtwirtschaftlichen Schaden von etwa € 100 Milliarden verursacht. Hätte man nur einen Bruchteil dieser Summe in den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur investiert, spräche man heute nicht über Dauerstau auf deutschen Autobahnen, so Bröhl weiter.(Quelle: HDB)

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