Bauindustrie: Auftragseingang um 2,4 % gesunken

GiNN-BerlinKontor.—Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist im Juli 2010  im Vergleich zum Vorjahresmonat um nominal 2,4 % gesunken (real: – 2,9 %). Dazu teilt der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) mit: ” Das ehemals gute Auftragsplus zu Beginn des Jahres schmilzt zusehends: Die Unternehmen konnten für die ersten sieben Monate nur noch ein Wachstum der Auftragseingänge von 3,1 % verzeichnen. Auch die Umsätze sind im Juli wieder zurückgegangen und zwar um 1,9 % (Jan.-Juli: – 5,9 %).  Der Hauptverband führt die unbefriedigende Entwicklung darauf zurück, dass die Kommunen im Hinblick auf ihre angespannte Haushaltssituation zu früh auf die Investitionsbremse getreten sind.

Die Auftragseingänge bei der öffentlichen Baunachfrage lagen im Juli um 12,2 % unter dem Niveau des Vorjahresmonats (Jan.-Juli: – 3,4 %). Auch die Umsätze gingen – nach einem schwachen zweiten Quartal – im Juli um weitere 3,4 % zurück. Für den gesamten Zeitraum von Januar bis Juli ergibt sich ein Rückgang von 3,2 %.

Der Hauptverband ist “”umso erstaunter”, dass das Statistische Bundesamt für das erste Halbjahr jüngst ein Plus von 20 % bei den kommunalen Bauausgaben – die zwei Drittel der gesamten öffentlichen Bauausgaben ausmachen – veröffentlichte. Der Hauptverband führt diese gegenläufige Entwicklung darauf zurück, dass der bauwirtschaftliche Impuls aus dem zweiten Konjunkturprogramm überwiegend dem Ausbaugewerbe und weniger dem Bauhauptgewerbe zugute kommt.

Die Ordereingänge im von der Wirtschaftskrise besonders betroffenen Wirtschaftsbau liegen dagegen noch immer im Plus: Der Auftragseingang nahm im Juli um 7,3 % zu (Jan.-Juli.: + 8,7 %). Allerdings hat sich das Tempo der Erholung etwas verlangsamt. Der Hauptverband befürchtet weiterhin, dass die Unternehmen mit Anspringen der Konjunktur lediglich  “Ersatzinvestitionen bzw. Erhaltungsmaßnahmen” vornehmen. Hinsichtlich der Erweiterungsinvestitionen werde aber noch abgewartet, ob es sich um einen nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung oder um ein Strohfeuer handelt. Dafür, dass die Bauunternehmen auf die Bauimpulse aus den Erweiterungsinvestitionen noch etwas warten müssen, spreche auch, dass der Wert der Baugenehmigungen im Wirtschaftsbau in den ersten sieben Monaten um 17,4 % zurückgegangen sei. Auch die Umsätze liegen weiterhin im Minus: Sie sind im Juli um 3,5 gesunken (Jan.-Juli: – 11,8 %).

Dagegen entwickelt sich laut HDB die Nachfrage im Wohnungsbau – auch dank des CO2-Gebäudesanierungsprogramms – seit fünf Quartalen positiv: Auch im Juli konnten die Unternehmen ein Auftragsplus von nominal 4,4 % verbuchen (Jan.-Juli: + 8,2 %). Der Erholungsprozess schlug sich bereits in den Umsätzen nieder, die um 1,5 % gestiegen sind (Jan.-Juli: – 1,1 %).

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, nahm die Baunachfrage im Tiefbau um 9,1% ab. dagegen im Hochbau um 4,5% zu.

Der Gesamtumsatz ist lau  Destatis im Juli 2010 um 1,9% auf rund € 8 Milliarden gegenüber Juli 2009 gesunken. Ende Juli 2010 seien in den Betrieben des Hoch- und Tiefbaus 705 000 Personen tätig gewsen; das wären rund 11 000 Personen weniger als ein Jahr zuvor.

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