„Bauen und Energie-Effizienz“

GiNN-BerlinKontor.–„Ohne die baulich energetische Sanierung des Gebäudebestandes wird Deutschland seine ehrgeizigen Klimaziele nicht erreichen. Die Bauwirtschaft kann dazu einen maßgeblichen Beitrag leisten.“ Diese Auffassung vertrat in Berlin der Vizepräsident Technik des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) Prof. Dr.-Ing. Manfred Nußbaumer anlässlich des „Europäischen Baukongresses“ (EBCB) zum Thema „Bauen und Energieeffizienz“ im Rahmen der bautec 2010. Mit der Klimastudie habe die Deutsche Industrie deutlich gemacht, dass im Gebäudebestand nicht nur wesentliche Energie-Einsparpotenziale gehoben werden könnten, es sei auch deutlich geworden, dass diese Maßnahmen für die Investoren wirtschaftlich seien.“

90 % aller Effizienzmaßnahmen im Gebäudebereich amortisieren sich innerhalb der üblichen Instandsetzungsintervalle.

„Die Deutsche Bauindustrie verfügt bereits heute über die Prozesse und Technologien, energetische Sanierungen kosteneffizient und nachhaltig umzusetzen“, erläuterte Nußbaumer. Allerdings habe der Markt diese Angebote bisher nicht ausreichend genutzt. Von den 17 Millionen Bestandsgebäuden seien rund 80 % energetisch, vielfach auch aus bautechnischen, städtebaulichen oder nutzungsbedingten Gründen, sanierungsbedürftig.

Derzeit würden jedoch jährlich nur etwas mehr als 200.000 Gebäude energetisch saniert. Nußbaumer: „Mit der
Aufstockung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms hat der Bund 2009 die Zahl der Förderfälle gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppeln können; das ist ein erster großer Erfolg. Es wäre jedoch falsch, wenn wir nach dem Auslaufen der Konjunkturprogramme das Sanierungstempo wieder drosseln würden.“ Insbesondere unsanierte Wohngebäude der 50er bis 70er Jahre weisen noch einen Wärmeenergieverbrauch von rund 250 kwh/m2 und Jahr auf, der durch wirtschaftliche Baumaßnahmen auf unter 100 kwh/m2 und Jahr gesenkt werden
könnte.

Die Bundesregierung täte zudem gut daran, erklärte Nußbaumer, den Bestandsersatz als umfassendste Sanierungsvariante in die Förder- und Anreizstrukturen zu integrieren. Denn neben einer weiteren Verbesserung der
Energieeffizienz biete der Bestandsersatz die Option, auch weitergehende Anforderungen wie altengerechtes oder
barrierefreies Wohnen wirtschaftlich umsetzen zu können.

Mit Blick auf Europa stellt Nußbaumer fest, dass das deutsche Know-how überall in Europa dazu beitragen kann,
weitergehende Klimaziele zu erreichen. Nach dem unbefriedigenden Ergebnis von Kopenhagen appelliert Nußbaumer an die EU-Staaten, „nicht von ehrgeizigen ökologischen Zielen abzurücken, sondern das bestehende Know-how der Deutschen Bauindustrie zu nutzen, um den Beweis zu erbringen, dass anspruchsvoller Klimaschutz nicht mit wettbewerbsverzerrenden Standortnachteilen verbunden sind. (HDB)

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