Bau: Kaum Herbstbelebung

GiNN-BerlinKontor.—Nach einer Sommerflaute mit rückläufigen Umsätzen fällt in der Bauwirtschaft auch die Herbstbelebung aus: Wie der Hauptverband der Deutschen Bauin­dustrie (HDB)  mitteilt, legte der baugewerbliche Umsatz der Betriebe im Bauhauptgewerbe mit 20 und mehr Beschäftigten im September gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert nur um nominal 1,3 % zu. Die Branche hatte mit einem stärkeren Plus gerech­net, insbesondere, da die Unternehmen noch über vergleichsweise hohe Auf­tragsbestände verfügen und ihnen im September sogar ein Arbeitstag mehr zur Verfügung stand als im entsprechenden Vorjahresmonat.

Aufgrund des starken ersten Halbjahres ergibt sich für die ersten drei Quartale aber immer noch ein Plus von 6,7 %. Für die Zukunft müssen sich die Bauunternehmen aber auf schwierigere Zeiten einstellen, der Auftragseingang ist im September um nomi­nal 1,1 % zurückgegangen (real: -2,4 %), das war der vierte Rückgang in Folge. Damit schmilzt das Auftragspolster weiter ab: Insgesamt lag die Ordertätigkeit in den ersten neun Monaten nur noch um 0,8 % über dem vergleichbaren Vor­jahreszeitraum (real: - 0,6 %).

Im Gegensatz zu den Vormonaten, in denen der Rückgang des Auftragsein­gangs auf eine schwache Ordertätigkeit im Wohnungsbau und im Öffentlichen Bau zurückzuführen war, war im September überwiegend der Wirtschaftsbau betroffen. Die abwartende Haltung vieler Investoren aufgrund der zunehmenden gesamtwirtschaftlichen Unsicherheit schlägt sich langsam in den Büchern der Bauunternehmen nieder: Für September wurde ein Auftragsminus von 3,1 % gemeldet. Für den gesamten Zeitraum von Januar bis September liegt der Auf­tragseingang aber noch im Plus (+ 2,1 %). Entsprechend fielen die Umsätze im September auch noch positiv aus (+ 2,1 %, Jan.-Sept.: + 6,0 %).

Einen leichten Dämpfer erhielt allerdings der Wirtschaftshochbau, dessen Neubaugeneh­migungen (veranschlagte Baukosten) den vierten Monat in Folge rückläufig waren (Sep.: - 16,1 %). Für Januar bis September wurde auch nur noch ein leichtes Plus von 1,2 % ausgewiesen. Lediglich die Nachfrage nach Fabrik- und Werkstattgebäuden ist weiter ungebrochen (+ 18,7 %).

Widersprüchliche Signale kamen im September vom Wohnungsbau: Während der Umsatz mit plus 4,8 % noch über dem Vorjahreswert lag (Jan.-Sep.: + 9,9 %), gab  der Auftragseingang weiter nach (Sep.: - 0,9 %, Jan.-Sep.: + 2,7 %). Auch die Baugenehmigungen waren rückläufig: Die Zahl der geneh­migten Wohnungen sank um 3,2 %. Aufgrund der guten Entwicklung in den Vor­monaten sind die Genehmigungen über den gesamten Zeitraum aber immer noch deutlich im Plus (+ 5,2 %). Gestützt wird diese Entwicklung weiterhin ausschließlich vom Mehrfamilienhausbau, wo die Neubaugenehmi­gungen um 9,8 % gestiegen sind.

Nachdem sich Bund, Länder und Gemeinden den gesamten Sommer mit Auf­trägen zurückgehalten hatten, konnten die Bauunternehmen im September – erstmalig seit Mai – wieder eine steigende Ordertätigkeit melden: Der Auftrags­eingang legte im Öffentlichen Bau um 1,0 % zu. Aufgrund der Investitionszu­rückhaltung der Gebietskörperschaften in den vergangenen Monate liegen die kumulierten Aufträge allerdings unter dem Niveau des entsprechenden Vorjah­reszeitraumes (- 1,7 %).  Aufgrund der rückläufigen Ordertätigkeit in den Vor­monaten wurde im September ein Umsatzrückgang von 1,4 % ausgewiesen (Jan.-Sept: + 5,7 %). (Quelle: bauindustrie.de)

 

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