Bad Bank: 7,2 Mrd € griechische Staatsanleihen

GiNN-BerlinKontor.—Die Meldung: Die “Bad Bank” FMS Wertmanagement – Abwicklungsanstalt der Hypo Real Estate (HRE) -  hat ihre Verschuldung um € 55,5 Milliarden (!) zu hoch ausgewiesen. Es kam angeblich zu dem Bilanzierungsfehler, weil die FMS Wertmanagement Kursgewinne bei den Papieren, die in die Bank ausgelagert worden waren, als Verlust verbucht hatte. Verantwortlich für diese äußerst peinliche Panne soll der Chief Risk Officer – so sein offizieller Titel – Christian BLUHM sein.  Finanzminister Wolfgang SCHÄUBLE (CDU) verweist darauf, dass nicht das BMF, sondeern  die Wirtschaftsprüfungsfirma PwC, die alle FMS-Papiere und Bilanzen “alleinverantwortlich” prüft.

Am 18.10.2011 hatte sich die FMS Wertmanagement noch selbst gelobt. Die Hypo Real Estate-Abwicklungsanstalt  sei im ersten Halbjahr 2011 trotz der Turbulenzen an den Kapital- und Finanzmärkten “mit der Erfüllung ihres Auftrags voran gekommen”.

Erfreulich sei der Rückgang des Nominalvolumens des abzuwickelnden Portfolios, das innerhalb der neun Monate seit der Übernahme zum 1.10.2010 um rund 8,7 % auf € 160,5 Milliarden zurückgeführt werden konnte. Bei der Rückführung der von der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Refinanzierung bereit gestellten Mittel liege die FMS Wertmanagement über Plan. Sie habe die EZB-Refinanzierung durch mehrere erfolgreiche Emissionen eigener Anleihen auf  € 47 Milliarden  reduzieren können. Zum 31.12.2010 habe dieser Betrag noch € 93 Milliarden ausgemacht.

Die FMS  vor 14 Tagen: “Die Bilanzsumme zum 30. Juni 2011 beträgt € 301,8 Milliarden und ist im Vergleich zum Jahresende 2010 um 9,4 % gesunken. Im Halbjahresabschluss zum 30. Juni 2011 werden hierbei insbesondere im Zusammenhang mit Finanzderivaten gestellte oder erhaltene Barsicherheiten, sofern vertraglich möglich, je Kontrahent saldiert in den entsprechenden Bilanzposten ausgewiesen. Die zugehörigen Vergleichszahlen zum 31. Dezember 2010 wurden angepasst und führen zu einer reduzierten Bilanzsumme von € 333,3 Milliarden.”

Ohne die vorgenommenen Wertberichtigungen auf das Griechenlandportfolio hätte sich im ersten Halbjahr 2011 ein positives Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in Höhe von € 118 Millionen ergeben. „Wir freuen uns über die positive Entwicklung,“ sagt Christian BLUHM Chief Risk Officer der FMS Wertmanagement, „doch die internationale Schuldenkrise, die sich im ersten Halbjahr dramatisch verschärft hat, und vor allem die Probleme in Griechenland konnten an uns nicht spurlos vorüber gehen.“

Bei der Risikovorsorge im Kreditgeschäft und dem Finanzanlageergebnis schlugen vor allem Wertberichtigungen auf das Griechenland-Portfolio in Höhe von insgesamt € 808 Millionen  zu Buche. Dabei hat die FMS Wertmanagement nach den Vorgaben des Instituts der Deutschen Wirtschaftsprüfer (IDW) alle Papiere und Kredite mit einer Laufzeit bis Ende 2020 auf einen Wert von 79 % des Nominalwerts abgeschrieben. Für länger laufende Griechenland-Papiere wurden zur Berücksichtigung des latenten Ausfallrisikos Pauschalwertberichtigungen gebildet. Die FMS Wertmanagement hielt zum 30.6.2011 griechische Staatsanleihen im Nominalvolumen von 7,2 Milliarden sowie Kredite und Anleihen griechischer Emittenten in Höhe von € 1,6 Milliarde. Anfang September hatte die FMS Wertmanagement zugesagt, sich am Umtauschangebot der griechischen Regierung für Staatsanleihen mit Papieren im Nominalvolumen von € 975 Millionen Euro zu beteiligen.

Als Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit nach Steuern ergibt sich damit zum Halbjahr ein Fehlbetrag von € 690 Millionen. Dieser Verlust wird ausgeglichen durch die erfolgswirksame Erfassung eines Verlustausgleichsanspruchs der FMS Wertmanagement gegenüber dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) in gleicher Höhe.

Das Zinsergebnis der FMS Wertmanagement im ersten Halbjahr erreichte € 157 Millionen. Das Provisionsergebnis betrug € 24 Millionen. Die Verwaltungsaufwendungen lagen bei € 165 Millionen..

Die Nettozuführung zur Risikovorsorge im Kreditgeschäft (inkl. der dem Umlaufvermögen zugeordneten Wertpapiere) beträgt € 258 Millionen. Das Finanzanlageergebnis weist einen Verlust von € 531 Millionen aus. Die Ergebnisse in beiden Posten sind im Wesentlichen auf die Wertberichtigungen auf das Griechenland-Portfolio zurückzuführen.

Ein Vergleich mit Vorjahreszahlen ist nicht möglich, da die FMS Wertmanagement erst am 8.7.2010 gegründet wurde und mit der Übertragung des Portfolios zum 1.10.2010 ihren Geschäftsbetrieb aufnahm. Die FMS Wertmanagement hat den Auftrag, die von der verstaatlichten Hypo-Real-Estate-Gruppe übernommenen Risikopositionen und nichtstrategienotwendigen Geschäftsbereiche abzuwickeln.” (Quelle: FMS)

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