BA: Arbeitsmarkt bleibt robust

GiNN-BerlinKontor.—Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist von Januar auf Februar 2012 um 26.000 auf 3.110.000 gestiegen, d.i. 0,1 %. Saisonbereinigt ergibt sich keine Veränderung. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der arbeitslosen Menschen um 203.000 ab. Laut Bundesagentur für Arbeit (BA) “zeigt sich der Arbeitsmarkt in der aktuellen konjunkturellen Schwächephase robust.” Die Arbeitslosigkeit sei allein aufgrund des frostigen Winterwetters gestiegen. Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hätten weiter deutlich zugenommen. Einzig die Nachfrage nach Arbeitskräften habe nachgegeben, liege aber “weiterhin auf hohem Niveau.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. WEISE am 29.02. in Nürnberg anlässlich der monatlichen Pressekonferenz.
Die aktuellen Zahlen:
Arbeitslosenzahl im Februar: +26.000 auf 3.110.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -203.000
Arbeitslosenquote im Februar: +0,1 Prozentpunkte auf 7,4 %.Bundesarbeitsministerin Ursula VON LEYEN (CDU) sagte in Berlin, der Arbeitsmarkt zeige sich “grundsolide”.  Der Februar 2012 verzeichne die niedrigste Arbeitslosenzahl seit 21 Jahren. Beschäftigung und Nachfrage nach Arbeitskräften stiegen weiter an. Dies sei ein Zeichen für die “anhaltend gute Stimmung in der Wirtschaft”, so die Ministerin.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA: “Maßgeblich für den Rückgang ist der Zuwachs sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung, der tendenziell die Chancen erhöht hat, durch Aufnahme einer Beschäftigung die Arbeitslosigkeit zu beenden. Neben konjunkturellen Gründen haben der Strukturwandel und die Reformen am Arbeitsmarkt diese Chancen deutlich verbessert. So hat sich die Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren günstiger entwickelt, als dies bei gleicher Konjunktur noch vor zehn Jahren zu erwarten gewesen wäre.

Zur Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) zählen auch Personen, die z. B. an entlastenden Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder aus anderen Gründen nicht als arbeitslos gelten. Sie vermittelt somit ein umfassenderes Bild vom Defizit an regulärer Beschäftigung als die Arbeitslosigkeit. Im Februar belief sich die Unterbeschäftigung auf 4.151.000, 420.000 weniger als vor einem Jahr. Sie ist damit – wegen der Abnahme der entlastenden Arbeitsmarktpolitik – stärker gesunken als die Zahl der Arbeitslosen.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich in Deutschland für den Januar auf 2,68 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 6,4 %.

Die Zahl der arbeitslosen Menschen in der Arbeitslosenversicherung (SGB III) ist gegenüber Januar um 18.000 auf 1.028.000 gestiegen. Im Vergleich zum Februar 2011 ergibt sich ein Rückgang von 79.000. Im Februar erhielten 975.000 Personen Arbeitslosengeld, 28.000 mehr als im Vormonat, aber 72.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der Arbeitslosengeld-Empfänger liegt seit April 2010 unter dem jeweiligen Vorjahreswert.

Auch die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld II in der Grundsicherung (SGB II) ist laut BA weiter rückläufig und lag im Februar bei 4.501.000. Seit Juli 2010 wird der jeweilige Vorjahreswert unterschritten. 8,3 % der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter sind hilfebedürftig. Gegenüber Januar ist die Zahl der Arbeitslosengeld II-Bezieher um 28.000 gestiegen, im Vergleich zum Februar 2011 waren es 250.000 weniger. Die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung hat gegenüber Januar um 8.000 auf 2.082.000 zugenommen, liegt aber um 124.000 unter dem Wert vom Vorjahr. Dass ein Großteil der Arbeitslosengeld II-Bezieher nicht arbeitslos gemeldet ist, hängt damit zusammen, dass diese Personen erwerbstätig sind, kleine Kinder betreuen, Angehörige pflegen oder sich noch in der Ausbildung befinden.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben weiter zugenommen und liegen deutlich über dem Vorjahresniveau. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen im Januar gegenüber dem Vorjahr um 611.000 auf 41,09 Millionen gestiegen. Nach der Hochrechnung der BA lag die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Dezember bei 28,75 Millionen. Dies entspricht einem Plus von 718.000 gegenüber dem Vorjahr. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wächst in allen Bundesländern und in den meisten Branchen – vor allem im Verarbeitenden Gewerbe, den Wirtschaftlichen Dienstleistungen sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt auf hohem Niveau. Im Februar belief sich der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen auf 473.000, 56.000 mehr als im Vorjahr. Die Nachfrage steigt in fast allen Branchen. Besonders gesucht sind zurzeit Fachleute in den Bereichen Mechatronik, Elektro, Metall, Maschinen-/Fahrzeugbau, Logistik und Gesundheit. Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA), der BA-X, bildet die saisonbereinigte Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage am ersten Arbeitsmarkt ab. Von Januar auf Februar hat er um vier auf 175 Punkte nachgegeben, gegenüber dem Vorjahr liegt er mit 11 Punkten im Plus. (Quelle: Bundesagentur für Arbeit-ba-pressedienst)

Bundeswirtschaftsminister Philipp RÖSLER (FDP): “Der deutsche Arbeitsmarkt trotzt der Winterkälte und bleibt weiterhin erfreulich robust. Die positiven Entwicklungen der vergangenen zweieinhalb Jahre setzen sich fort. Bereinigt um saisonale Einflüsse nimmt die Beschäftigung weiter kräftig zu. Vor dem Hintergrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Euroraum erweist sich der deutsche Arbeitsmarkt damit einmal mehr als wichtiger Stabilitätspfeiler. Es ist davon auszugehen, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt mit der erwarteten Belebung der Konjunktur im Frühjahr weiter verbessern wird.” (Quelle: BMWi)

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