BA: Abbau der Arbeitslosigkeit verzögert sich – 4.9 Millionen ohne Job

GiNN-Global iNet News. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) teilt am 30.03. mit: „Die Zahl der arbeitslosen Menschen lag im März wieder unter der 5-Millionen-Marke. Die übliche Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt lässt aber noch auf sich warten. Aufgrund der sehr kalten Witterung hat sich der Abbau der saisonalen Arbeitslosigkeit verzögert. Die saisonale Entlastung wird sich daher erst im April deutlicher zeigen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. WEISE.

Arbeitslosenzahl im März: -72.000 auf 4.976.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -290.000
Arbeitslosenquote im März: -0,2 Prozentpunkte auf 12 %.

Die Zahl der Arbeitslosen hat von Februar auf März um 72.000 auf 4.976.000 abgenommen (West: -54.000 auf 3.316.000; Ost: -18.000 auf 1.660.000). Der Rückgang fiel zwar stärker aus als im vorigen Jahr, aber deutlich schwächer als in den Jahren zuvor. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 290.000 Arbeitslose weniger. Beim Vorjahresvergleich ist jedoch zu berücksichtigen, dass in den ersten Monaten 2005 die statistischen Effekte der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe eher belastet haben. Etwa die Hälfte des Rückgangs zum Vorjahresmonat beruht auf entlastenden Hartz IV-Effekten (Arbeitsmarktpolitik; intensivere Betreuung von Arbeitslosen).

Das Saisonbereinigungsverfahren errechnet für den März eine Zunahme der Arbeitslosigkeit um 30.000 (November 2005 bis Februar 2006: monatsdurchschnittlich -25.000). Der März dieses Jahres war – ähnlich wie der letzte März – sehr kalt und schneereich. Der Abbau saisonaler Arbeitslosigkeit hat sich deshalb verzögert und verschiebt sich teilweise in den April. Das Saisonbereinigungsverfahren kann derartige außergewöhnliche Einflüsse nur bedingt abbilden. Der März-Wert ist deshalb überzeichnet. Dies belegt auch die Veränderung der Arbeitslosigkeit in den Außenberufen. Sie hat im März um etwa 30.000 weniger abgenommen als üblicherweise.

Die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) nahm im Februar nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes saisonbereinigt um 10.000 ab. Nicht saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit um 25.000 auf 38,27 Millionen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr hat sie sich um 104.000 verringert. Maßgebend für den Rückgang war, dass die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiter das Vorjahresniveau unterschreitet. Nach ersten vorläufigen Hochrechnungen lag sie im Januar mit 25,90 Millionen um 166.000 unter dem Vorjahr. Allerdings werden die Abnahmen deutlich kleiner, im März 2005 hatte der Rückgang noch 428.000 betragen.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosenzahl belief sich in Deutschland für den Februar auf 3,99 Millionen, die Erwerbslosenquote auf 9,4 Prozent.

Das Stellenangebot lag im März weiter deutlich über dem Vorjahresniveau, saisonbereinigt hat es allerdings gegenüber März leicht abgenommen. Der Rückgang beruht weiter allein auf weniger Stellen für Arbeitsgelegenheiten. Die ungeförderten Stellenangebote, die stärker die Marktenwicklung widerspiegeln, haben sich dagegen etwas erhöht (+4.000). Nicht saisonbereinigt gab es im März 506.000 Stellen. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der gemeldeten Stellenangebote um 113.000 zugenommen. Die ungeförderten Stellen machten im März 71 Prozent des gesamten Stellenangebotes aus, im Vergleich zum Vorjahr haben sie sich um 58.000 auf 360.000 erhöht. Neben den gemeldeten offenen Stellen kennt die Bundesagentur noch zusätzliche Stellen für Freiberufler und Selbstständige sowie Stellen aus ihrer Jobbörse und dem Jobroboter. Insgesamt kennt die BA 718.000 Stellen, 152.000 mehr als vor einem Jahr.

Zur Halbzeit des Berufsberatungsjahres 2005/2006 signalisieren die Daten der BA keine Entspannung am Ausbildungsmarkt. Seit Oktober 2005 sind den Agenturen für Arbeit insgesamt 326.800 Ausbildungsstellen gemeldet worden. Das sind 4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang geht allein auf weniger betriebliche Lehrstellen zurück; bei den außerbetrieblichen gab es eine Zunahme. Gleichzeitig haben 544.600 Bewerber die Berufsberatung bei der Vermittlung einer Ausbildungsstelle eingeschaltet, 2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Im März waren 168.300 Ausbildungsplätze noch unbesetzt, 1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der nicht vermittelten Bewerber lag mit 352.900 um 7 Prozent über dem Vorjahr. Infolgedessen ist die rechnerische Differenz zwischen unbesetzten Lehrstellen und unversorgten Jugendlichen deutlich größer als vor einem Jahr (184.600; Vorjahr. 159.800). Eine Vorausschau auf das Ende des Berufsberatungsjahres lässt derzeit eine größere Lücke als Ende September 2005 befürchten. Allerdings sind hierbei mögliche mobilisierende Effekte des Ausbildungspaktes zur Bereitstellung zusätzlicher Lehrstellen nicht berücksichtigt. Auch ist schwer abzuschätzen, inwieweit die Übernahme Jugendlicher aus Einstiegsqualifizierungen in reguläre Ausbildungen den Ausbildungsmarkt entlastet.

Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen erklärte der Generalsekretär der CDU Deutschlands, Ronald POFALLA:
“Massenarbeitslosigkeit ist die größte soziale Ungerechtigkeit in Deutschland. Wir wollen diese Ungerechtigkeit am Arbeitsmarkt beseitigen, Schritt für Schritt.
Arbeit muss bezahlbar sein, dann entstehen auch wieder sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Deshalb müssen wir die Weichen richtig stellen, um die Lohnnebenkosten endlich unter 40 % zu senken. Denn ein Prozent weniger Lohnzusatzkosten schafft bis zu 100.000 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Die Senkung der Lohnnebenkosten ist dringlicher denn je.

Ein erster Schritt ist die Reduzierung des Beitrages zur Arbeitslosenversicherung ab dem kommenden Jahr. Damit werden auch die Unternehmer entlastet und können so leichter in neue Arbeitsplätze investieren.

Damit sind wir aber noch lange nicht am Ziel, mehr Menschen in Lohn und Arbeit zu bringen. Ein Kündigungsschutz mit einer Probezeit von bis zu 24 Monaten, ein wirksames Kombi-Lohn-Modell und die Optimierung von Hartz IV stehen auf der Reform-Agenda. Wenn uns hier die nötigen Veränderungen gelingen, wird auch die positive Konjunkturentwicklung in Deutschland zu neuen Arbeitsplätzen führen.

Zugleich gilt: Auch bei der Gesundheitsreform muss die Wirkung auf den Arbeitsmarkt beachtet werden. Die anstehende Debatte muss auch dazu genutzt werden, Beschäftigungspotentiale in Deutschland zu stärken.”

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