Auswärtiges Amt warnt Ägypten-Reisende

GiNN-BerlinKontor.—In den letzten Tagen haben sich in ganz Ägypten – insbesondere im Zentrum der Hauptstadt Kairo sowie größeren Städten wie Suez und Alexandria – blutige Demonstrationen ereignet. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten, die den Rücktritt des ägyptischen Präsidenten Hosni MUBARAK fordern,  und den bewaffneten Sicherheitsbehörden, gab es zahlreiche Tote und Verletzte. Am 28. Januar wurde eine  nächtliche Ausgangssperre für die Städte Kairo, Alexandria und Suez verhängt, die jedoch weitgehend von den Aufständischen ignoriert wird. Das Auswärtige Amt (AA) in Berlin rät dringend davon ab,  nach Kairo, Alexandria und Suez sowie in die urbanen Zentren im Landesinnern  zu reisen. Den Deutschen, die sich bereits in Ägypten befinden wird empfohlen, Menschenansammlungen und Demonstrationen  “weiträumig zu meiden”.

Das Auswärtige Amt veröffentlichte akute Reise- und Sicherheitshinweise.  Darin  wird auch von Reisen  “in entlegene, nicht hinreichend durch wirksame Polizei- oder Militärpräsenz gesicherte Gebiete der Sahara und ihrer Randbereiche” abgeraten.  Erhöhte  Anschlags- und Entführungsrisiken bestünden zum Beispiel  für touristische Ziele, an denen regelmäßig westliche Staatsangehörige verkehren.

Eine besonders hohe Gefährdung besteht laut AA für den Südwesten Ägyptens in der Grenzregion zu Libyen und Sudan einschließlich des Gilf Kebir Nationalparks und Gebel Quenat. Die AA erinnert daran, dass im September 2008  im Südwesten Ägyptens eine touristische Reisegruppe entführt wurde, der auch fünf Deutsche angehörten. Die Reisegruppe wurde von einer zahlenmäßig großen, schwer bewaffneten, kriminellen Bande durch das Grenzgebiet von Ägypten, Sudan, Libyen und Tschad verschleppt.  Im Februar 2009 gab es in Ägypten Anschläge auf Hotels und Touristenziele.  Ein vorhandener polizeilicher Schutz der Reisegruppe war wirkungslos.

In der Nacht vom 31. Dezember 2010 auf den 1. Januar 2011 wurde ein Anschlag auf eine koptische Kirche in Alexandria mit 23 Todesopfern und über 90 Verletzten verübt. In der Folge kam es zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Mit weiteren Unruhen – insbesondere in Alexandria und auch in Oberägypten, muss weiterhin gerechnet werden, so das AA.

Weiter heißt es in der Erklärung des Auswärtigen Amtes: “Auch im Nordsinai ist die Sicherheitslage weiterhin angespannt. Der Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen wird in unregelmäßigen Abständen aus humanitären Gründen für wenige Stunden oder Tage geöffnet. Zwischen diesen Öffnungsterminen, die ad-hoc anberaumt werden, liegen in der Regel mehrere Wochen bis Monate. Zudem wird der Personenkreis, der die Grenze im Falle einer Öffnung passieren darf, ohne transparente Regeln festgelegt. Ein- und Ausreisen außerhalb dieser Öffnungstermine sind generell nicht möglich. Wegen der wirtschaftlich schwierigen Lage von Teilen der Bevölkerung der Grenzregion kommt es in der Gegend immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen. Es ist auch ein erhöhtes Entführungsrisiko erkennbar. Von Reisen in die Nähe des Grenzgebietes wird daher abgeraten.”

Jährlich verbringen über eine Million deutscher Touristen ihren Urlaub in Ägypten.

3 Gedanken zu “Auswärtiges Amt warnt Ägypten-Reisende

  1. Pingback: Hubert Pflumm - Unabhängige Medienagentur für Google, Facebook, Twitter & Co.

  2. Die ganzen Warnungen des AA sind unter den gegebenen Umständen für Touristen die eine Reise nach Ägypten ( Nilkreuzfahrt/Kairo ) gebucht haben für die Reiseveranstalter noch kein Grund, gebuchte Reisen kostenlos umzubuchen oder zu stornieren, wenn das Abreisedatum, ab Deutschland, nicht ab dato innerhalb aktuell von 2 – 7 Tagen liegt. Begründung: es könnte sich die derzeitigen Lage ja wieder normalisieren. Toll!
    Storno und/oder Umbuchung gegen 20% des Reisepreises, sind dagegen möglich.
    So lange das AA keine Warnung vor Ägyptenreisen generell ausspricht, hat der Urlauber bei einer schon gebuchten Reise keine Chance zur kostenlosen Wandlung seines Urlaubs.

  3. Laut aktueller tel.Auskunft des Auswärtigen Amtes ( Tel. 030/50003000 ) rät das Auswärtige Amt von einer Reise nach Ägypten derzeit ab.

    Dieses Abraten von einer Reise wird jedoch gerne verwechselt ( auch von den Medien ), mit einer Warnung vor einer Reise.
    Erst bei einer Warnung des AA vor einer Reise nach Ägypten hat der Urlauber Anspruch auf kostenloses Storno oder Umbuchung der gebuchten Reise.

    Den Reiseveranstaltern bleibt es jedoch selbst überlassen, zu welchem Zeitpunkt, vor einem geplanten Abflug, sie dem Urlauber bei einem Abraten des AA ,die Reise kostenlos stornieren, oder umbuchen.
    http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/AegyptenSicherheit.html

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