Auswärtiges Amt verschärft Reisewarnung

GiNN-BerlinKontor.— Auch der jordanische König ABDULLAH II. hat seinen Regierungschef Samir RIFAI entlassen und als neuen Premierminister seinen bisherigen militärischen Berater Marouf BAKHIT eingesetzt. In Jordanien war es in den vergangenen Tagen zu Demonstrationen und Kundgebungen gekommen,  auf denen tausende von Jordanier den Rücktritt der Regierung forderten.  Aufgrund der aktuellen Entwicklungen und der instabilen Lage im Nahen Osten hat das  Auswärtige Amt die Reisewarnungen verschärft und rät nun von Reisen  “nach ganz Ägypten” dringend ab. Wegen der  “Unübersichtlichkeit und schweren Vorhersehbarkeit der Gesamtsituation in Ägypten”  schließt diese Warnung  jetzt auch die Touristengebiete am Roten Meer ein.

Weiter teilt das AA in Berlin mit: “Die für den 1. Februar angekündigten Massendemonstrationen wurden mit einem Aufruf zu einem landesweiten Generalstreik verbunden, dessen Ende nicht absehbar ist.  Aufgrund der Lageentwicklung kann es auch in den Tourismusgebieten zu Versorgungsengpässen und logistischen Schwierigkeiten kommen.  In den letzten Tagen haben sich in ganz Ägypten, insbesondere in der Hauptstadt Kairo sowie den meisten größeren Städten, Demonstrationen ereignet. Dabei kam es auch zu Plünderungen. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitsbehörden bzw. Militärs kam es zu einer erheblichen Anzahl von Toten und Verletzten.”

Die nächtliche Ausgangssperre für die Städte Kairo, Alexandria und Suez wurde verlängert. “Reisenden in Ägypten wird dringend empfohlen, Menschenansammlungen und Demonstrationen weiträumig zu meiden und die örtliche Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen”, so das AA, das engen Kontakt mit den deutschen Fluggesellschaften hält, um  “zusätzliche Kapazitäten für Flüge aus Kairo, Alexandria und anderen Städten Ägyptens” bereitzustellen.

Über 100.000 Menschen – so die Agenturen – versammelten sich in Kairo zu einer Protestkundgebung gegen Staatspräsident Hosni MUBARACK (82) undf forderten sdeinen sofortoigen Rücktritt.  Die Opposition unter Führung von Friedensnobelpreisträger Mohammed El-BARADEI rief am achten Tag der Massenproteste in Ägypten zu einem Generalstreik und zu  einem “Marsch der Millionen” gegen Mubarack auf. Das Militär teilte mit, es werde nicht auf die Demonstranten schiessen. “Wir erkennen die Legitimität der Forderungen der Bürger an. Wir werden keine Gewalt gegen unsere Mitbürger einsetzen”, hieß es in einer Erklärung der ägyptischen Militärführung.

Das staatliche Fernsehen in Ägypten meldete, der Aufruhr im Lande habe bisher fast € 10 Milliarden gekostet. Elektrizitätswerke drosselten bereits die Stromversorgung,  die Tankstellen haben kein Benzin mehr und tausende von Ägypter stehen in Supermärkten an, um sich mit Lebensmittel zu versorgen. Politische Beobachter meinen,  der 1. Februar  könne “bereits die Entscheidung bringen”. Vereinzelt kam es jedoch auch zu Pro-Mubarack-Kundgebungen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

* Copy this password:

* Type or paste password here:

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>