Atomausstieg: E.ON baut bis zu 11.000 Stellen ab

GiNN-BerlinKontor.–-Der deutsche Energiekonzern E.ON – Sitz in Düsseldorf -  schreibt im zweiten Quartal erstmals rote Zahlen und kündigte den Abbau von bis zu 11 000 Stellen an. Das zum “Hervorragender Arbeitgeber in der Energiebranche” gekürte Unternehmen – der  “Top Arbeitgeber Deutschland 2011″ – begründet den  “notwendigen Aderlaß” mit dem Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie. E.ON sieht sich stark belastet durch die Abschaltung  von zwei AKWs und der Brennelementensteuer. Der CEO des Konzerns Johannes TEYSSEN beklagt zudem negative Ergebnisse aus langfristigen Gasbezugsverträgen. Dies führte laut E.ON-Konzernspitze zu Belastungen in Höhe von € 1,9 Milliarden. Der Umsatz des E.ON-Konzerns lag im ersten Halbjahr 2011 mit rund € 53 Milliarden etwa 20 % über dem Vorjahresniveau. Nach der am 10.08.vorgelegten Bilanz ist die operativen Leistungsfähigkeit, das Adjusted EBITDA,   um 45 % auf € 4,3 Milliarden gesunken. Nach eigenen Angaben beträgt die wirtschaftliche Nettoverschuldung des E.ON-Konzerns zum Stichtag 30.06.2011 insgesamt rund € 33,6 Milliarden.

In einer Presseerklärung des E.ON-Konzerns heißt es: “Angesichts der politischen Interventionen und der außerordentlich schwierigen wirtschaftlichen Lage sieht sich E.ON gezwungen, die Ergebniserwartungen für das Gesamtjahr 2011 signifikant zu reduzieren. E.ON geht auf Basis der momentanen Geschäftslage für das E.ON-Konzernergebnis zum Jahresende nun von einem Adjusted EBITDA zwischen € 9,1 und € 9,8 Milliarden von einem bereinigten Konzernüberschuss zwischen € 2,1 und € 2,6 Milliarden aus.”

E.ON geht davon aus, dass die der Entwicklung im ersten Halbjahr 2011 zugrundeliegenden Trends – Überkapazitäten in den wesentlichen europäischen Energiemärkten, Technologieumbrüche sowie absehbare Markteingriffe durch Politik und Regulatoren – auch in den nächsten Jahren “das Geschäft erheblich belasten” werden. Um dennoch die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten, Spielraum für unternehmerisches Handels zu gewinnen und langfristig möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern, will E.ON bis spätestens 2015 seine “beeinflussbaren Kosten” von derzeit rund € 11 auf rund € 9,5 Milliarden  pro Jahr spürbar senken.

Vorstandschef Teyssen ist überzeugt,  dass es zur Zukunftssicherung für E.ON notwendig sei, eine deutliche Kostenreduzierung schnell und dauerhaft zu erreichen. „Gegen negative Veränderungen von Märkten, vor allem aber des politischen und regulatorischen Umfeldes, sind wir nicht gefeit. Umso mehr müssen wir unseren Handlungsspielraum im Inneren nutzen“, so Teyssen. Mit einer Verringerung von Sachkosten allein ließen sich die notwendigen Kostensenkungen allerdings nicht erreichen. Mittelfristig könnten daher nach ersten Überlegungen des E.ON-Vorstands konzernweit 9.000 bis 11.000 Arbeitsplätze vor allem in der Verwaltung betroffen sein.

Nach der Entscheidung zum AKW-Ausstieg hatte E.ON bereits erklärt: “Trotz der von der Reaktorsicherheitskommission bestätigten hohen Sicherheitsstandards der Kernkraftwerke in Deutschland erkennt E.ON den mehrheitlichen politischen Willen zum früheren Ausstieg aus der Kernenergie an. Gleichzeitig erwartet das Unternehmen natürlich den gebotenen Ausgleich für den mit diesen Entscheidungen verbundenen Vermögensschaden in Milliardenhöhe.” (Quelle: PresseInfos E.ON)

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