Atom-Alarm in Japan – Explosion im Reaktor

GiNN-BerlinKontor.—Die japanische Regierung  hat durch einen Regierungssprecher bestätigt, dass es am 12.03. um 03.40 Uhr Ortszeit zu einer Explosion im Kernkraftwerk Fukushima gekommen ist, die erstmals in der Nukleargeschichte Japans den Beginn einer Kernschmelze auslöste, die radioaktives Cäsium freilegen kann. Das  “Dach” des von der Tokyo Electric Power Co. betriebenen Reaktor, der nach dem schwerene Erdbeben vom Stromnetz gerissen wurde,  stürzte ein,  meldet Kyodo News. Der Evakuierungsradius der Bevölkerung wurde von zunächst 10 auf 20 km ausgeweitet. Nach dem Erdbeben war die im AKW Fukushima die Kühlung der Kernbrennstäbe ausgefallen. Japan musste den atomaren Notstand ausrufen.

Greeenpeace e.V.
in Berlin berichtete, dass die japanische Behörde für Nuklear- und Industriesicherheit bestätigt hat, dass zwei radioaktive Substanzen, Caesium und Jod, bereits entwichen ist.  Dies deute darauf hin, dass einige der Metallbehälter mit Uranbrennstoff zu schmelzen begonnen hätten. Medizinische Notffallsteams sind im Einsatz.. Die Strahlung vor dem AKW Fukuschima Daiichi (1) soll nach aktuellen Messungen bereits um das 1529-fache erhöht sein.

Der deutsche Greenpeace-Kernphysiker Heinz SMITAL erklärte im Deutschen Fernsehen, die tausendfach erhöhte Strahlung deute auf eine zumindest partielle Kernschmelze hin. Smital:  “Wenn die Kühlung im Kraftwerk nicht mehr richtig funktioniert, wird es gefährlich. Selbst wenn das AKW heruntergefahren ist, ist man damit noch nicht auf der sicheren Seite, denn die Kühlung muss weiter stabil gehalten werden.” (Quellen: Japan.gov/Kyodo News)

Greenpeace weist darauf hin, dass ein abgeschalteter Reaktor von der Größe des AKWs Fukushima Daini eine Nachwärme von 200 Megawatt entwickelt, die nicht zu beeinflussen sei. Wenn die Kühlung ausfällt, verdampft das Kühlwasser. Liegen die Brennelemente dann frei, so beginnt unter der ungeheuren Energie eine Kernschmelze, die Brennelemente verformen sich. Damit ist eine wichtige Sicherheitsbarriere zerstört.
Laut Greenpeace könnte das Cäsium beim Ablassen des Drucks entwichen sein. “Cäsium kann auch dann festgestellt werden, wenn aus den Kernkraftwerken der Druck abgelassen wird.

Die hollandäsche Firma Lenntech (Technischen Universität Delft), die sich auf die Entwicklung, Planung, Konstruktion und Installierung von umweltfreundlichen Wasseraufbereitungs- und Luftreinigungsanlagen für die Industrie spezialöisiert hat, erklärte zu möglichen gesundheitliche Auswirkungen von Cäsium: “Der Mensch nimmt Cäsium durch die Nahrung, dass Trinkwasser und die Atmung auf. In der Luft sind die Konzentrationen im Allgemeinen sehr gering. In Oberflächenwasser und in manchen Nahrungsmitteln ist man jedoch auf höhere Konzentrationen gestoßen.
Die Menge an Cäsium in der Nahrung und im Trinkwasser hängt von den Cäsiumemissionen aus Kernkraftwerken ab, die hauptsächlich auf Unfälle zurückzuführen sind. Zum Glück sind seit der Katastrophe in Tschernobyl 1986 keine derartigen Vorfälle passiert. Leute, die in der Nuklearindustrie arbeiten, können höheren Konzentrationen ausgesetzt sein, doch strenge Sicherheitsmaßnahmen helfen, dies zu verhindern.
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass man gesundheitliche Schäden erleidet, die direkt auf das Cäsium selbst zurückzuführen sind. Wenn man jedoch in Kontakt mit Cäsium kommt, was praktisch kaum vorkommt, können die Körperzellen durch die Strahlung der Cäsiumpartikel geschädigt werden”. (Lenntech)

Folgende Länder kamen Japan nach dem Tohoku Pacific Earthquake spontan zur Hilfe: Australia, Taiwan, United States of America, Republic of Korea, China, Mexico, Thailand, Neuseeland, Israel, Singapur, Indonesien, Azerbaijan, Indien, Russland, Turkei, Deutschland, Frankreich, Belgien,  Ukraine, Slovakei, United Arab Emirates, Schweiz,Ungarn, Polen, Jordanien, United Kingdom, Europäische Union, Chile, Spanien, Griechenland, Hong Kong, Pakistan, Dänemark, Serbien, Uruguay, Mongolei, Ecuador, Iran, Malaysia, Argentinien, Die Philippinen, Kanada, Italien, Schweden, Kosovo, Island, Norwegen, Rumänien, and Slovenien. (Quelle: go.jp/u-news)

2 Gedanken zu “Atom-Alarm in Japan – Explosion im Reaktor

  1. Es ist erfreulich, dass auch mal von dem Berichtet wird, was wirklich interessiert, denn nicht nur das AKW ist eine Bedrohung, dort herrschen auch sonst furchtbare Zustände und viele Menschen leiden. Schön, dass auch so viele Staaten Hilfe zugesagt und in die Wege geleitet haben. Tragisch ist nur, dass so schnell die deutsche Politik begonnen hat politischen Gewinn daraus zu ziehen. Anstelle ein bisschen Anständig zu sein und zu warten, bevor man mit der innenpolitischen Debatte anfängt.

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