Armutsgipfel in New York: Hilfe zur Selbsthilfe

GiNN-BerlinKontor.-–Auf dem Millenniumsgipfel in New York hat der Generalsekretär der Vereinten Nationen BAN Ki-Moon einen noch stärkeren Einsatz der UNO-Staaten im Kampf gegen die weltweite Armut gefordert. Mit politischem Willen und zusätzlichen Finanzmitteln könne der  “Lebensalltag von Milliarden Menschen”  verbessert werden, sagte er auf der Konferenz der Staats- und Regierungschefs.  Ban kritisierte, dass vor allem Länder in Afrika immer noch hinter den notwendigen Fortschritten zurückliegen – auch das so genannte Musterland Afrikas: GHANA.. Der vorliegende UNO-Bericht über die Millenniumsentwicklungsziele (MDG) zeige, dass auch andere afrikanische Staaten “zurück bleiben”, sagte Ban.

In New York erklärte die deutsche Regierungschefin Angela MERKEL (CDU) vor der Presse, zehn Jahre nach Verabschiedung der Millenniums-Entwicklungsziele gebe es immer noch “Licht und Schatten”. Einige der Ziele werde man erreichen, andere nicht.  Merkel: “Es gibt Regionen in Asien, in denen wir sehr gute Fortschritte gemacht haben, und es gibt Regionen, die Sorgenkinder sind. Das betrifft insbesondere die Sub-Sahara-Region. Dennoch haben wir auch dort bei der Bildung, bei der Teilhabe von Frauen und bei der Bekämpfung des Hungers in den letzten zehn Jahren erhebliche Fortschritte gemacht.”

Um Entwicklungshilfe zu verbessern, brauche man vor allem  “zuhause gute Regierungsführung”, sagte Merkel.  Die Eigeninitiative der Menschen müsse zudem gestärkt werden, so zum Beispiel durch Mikrokreditfinanzierung und durch Gründung von kleinen Unternehmen, damit eine  “selbsttragender Aufschwung” entstehen könne.  “Ich finde es gut, dass fünf Jahre vor dem Erreichen der Entwicklungsziele deutlich gemacht wird, wo wir stehen, was wir anders machen müssen, und dass wir die Ziele, die wir bis 2015 vielleicht nicht erreichen, dann trotzdem weiter verfolgen und möglichst schnell umsetzen”, so Merkel.

Die Bundeskanzlerin wies darauf hin, dass Deutschland -  trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise – seine Mittel für die Armen der Welt nicht gekürzt habe. Es geht jedoch nicht nur um Geld, sondern um die Frage:  “Was wird aus dem Geld? Es reicht nicht, eine Entwicklungshilfeindustrie aufzustellen, die sich perpetuiert, sondern wir müssen Hilfe zur Selbsthilfe anbieten. Das kommt nur dann bei den Menschen an, wenn wir mit den politisch Verantwortlich darüber sprechen, dass gute,  transparente Regierungsführung das A und O ist. Deshalb werde ich hier die Vertreter Afrikas, der kleinen Inselstaaten und auch Asiens treffen, um mit ihnen über genau dieses Thema zu sprechen”, unterstrich die Bundeskanzlerin in New York..

Die UNO sei das internationale, multilaterale Gremium, das die Legitimation habe, globale Ziele für die Entwicklung, aber auch für die Umsetzung der Menschenrechte auszusprechen, betonte die Kanzlerin. Die Vereinten Nationen hätten sich eine Menschenrechtscharta gegeben, “die ihresgleichen sucht”. Deshalb könne man  “mit Recht gute Regierungsführung einfordern, denn auf genau diese Werte haben sich alle verpflichtet”. Ein Land bekäme überdies nur dann Geld und Unterstützung, wenn es selber einen Entwicklungsplan für sich aufgestellt habe, erinnerte Merkel. Das sei die Voraussetzung dafür, “dass wir überhaupt mit diesen Ländern zusammenarbeiten”.

Vor zehn Jahren verabschiedeten 189 Staaten im Rahmen der Vereinten Nationen die sogenannte Millenniumserklärung, die folgende  “Herausforderungen” manifestierte: Armut mindern, Umwelt schützen sowie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte  stärken. Genannt wurde dies  Millenniumsentwicklungsziele – “Millennium Development Goals” MDG). Diese bilden seitdem eine Art zentralen Bezugsrahmen für die internationale Entwicklungspolitik. Die MDGs sollen bis 2015 erreicht sein. Die Konferenz in New York (17.-21.09.2010) zieht eine Zwischenbilanz.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

* Copy this password:

* Type or paste password here:

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>