Arbeitslosigkeit sank deutlich um – O,7 % = 10,7 %

GiNN-Global iNet News.-„Die Entwicklung am Arbeitsmarkt war im Mai erfreulich. Die Arbeitslosigkeit sank überraschend stark, die Nachfrage nach Arbeitskräften stieg nochmals an und der Beschäftigungsabbau hat sich weiter verlangsamt“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. WEISE am 31.05. in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im Mai: -255.000 auf 4.535.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -349.000
Arbeitslosenquote im Mai: -0,7 Prozentpunkte auf 10,8 %.

Die Zahl der Arbeitslosen hat sich um 255.000 auf 4.535.000 verringert (West: -155.000 auf 3.046.000; Ost: -100.000 auf 1.490.000). Der Rückgang fiel damit deutlich stärker aus als in den letzten drei Jahren mit durchschnittlich -157.000. Im Vergleich zum Vorjahr gab es gab es 349.000 Arbeitslose weniger.

Ein Teil des Rückgangs beruht auf entlastenden Effekten durch Hartz IV (Einsatz von Arbeitsgelegenheiten, intensivere Betreuung von Arbeitslosen). Darüber hinaus dürften auch Veränderungen auf der Arbeitskräfte-Angebotsseite von Einfluss sein.

Die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl ist von April auf Mai um 93.000 gesunken, nach minus 42.000 im April. Die saisonbereinigten Veränderungen der Monate zuvor waren durch eine Vielzahl von Sondereffekten geprägt. Die Verschiebung der Zähltage, die Änderung der Bezugszeiten von Arbeitslosengeld, das kalte Wetter bis in den März und zuletzt die Lage der Osterfeiertage haben die grundlegende Entwicklung z.T. noch bis in den April überdeckt. Die kräftigen Abnahmen im Mai und April haben dies mehr als ausgeglichen. Bildet man einen Durchschnitt von November bis Mai, errechnen sich monatsdurchschnittliche Abnahmen von beachtlichen 30.000.

Die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) nahm im April nach vorläufi-gen Angaben des Statistischen Bundesamtes saisonbereinigt um 10.000 zu. Im ersten Quartal 2006 hatte sie noch monatsdurchschnittlich um 8.000 abgenommen. Nicht saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit im April um 168.000 auf 38,56 Millionen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr hat sie sich praktisch nicht verändert. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung unterschreitet zwar weiter das Vorjahresniveau.

Nach ersten vorläufigen Hochrechnungen lag sie im März mit 25,91 Millionen nur noch um 88.000 unter dem Vorjahr. Im März 2005 hatte der Rückgang noch 428.000 betragen.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosenzahl belief sich in Deutschland für den April auf 3,50 Millionen, die Erwerbslosenquote auf 8,3 %.
Das Stellenangebot lag im Mai weiter deutlich über dem Vorjahresniveau, saisonbereinigt ist es gegenüber April um 19.000 gestiegen. Der saisonbereinigte Anstieg be-ruht allein auf mehr ungeförderten Stellenangeboten, die stärker die Marktentwicklung widerspiegeln (+29.000). Nicht saisonbereinigt gab es im Mai 565.000 Stellen, von denen 84 % sofort zu besetzen waren. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der gemeldeten Stellenangebote um 124.000 zugenommen. Die ungeförderten Stel-len machten im Mai 72 % des gesamten Stellenangebotes aus, im Vergleich zum Vorjahr haben sie sich um 83.000 auf 405.000 erhöht. Neben den gemeldeten offenen Stellen kennt die Bundesagentur noch zusätzliche Stellen für Freiberufler und Selbstständige sowie Stellen aus ihrer Jobbörse und dem Jobroboter. Insgesamt kennt die BA 775.000 Stellen – 169.000 mehr als vor einem Jahr – und damit den überwiegenden Teil des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots.

Die Daten der Berufsberatungsstatistik signalisieren auch für den Mai keine Entspannung am Ausbildungsmarkt. Von Oktober 2005 bis Mai 2006 sind den Agenturen für Arbeit insgesamt 362.500 Ausbildungsstellen gemeldet worden. Das sind 2 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang geht allein auf betriebliche Lehrstellen zurück; bei den außerbetrieblichen gab es eine Zunahme. Gleichzeitig haben 626.200 Bewerber die Berufsberatung bei der Vermittlung einer Ausbildungsstelle eingeschaltet, 3 % mehr als im Vorjahreszeitraum.

Im Mai waren 134.400 Ausbildungsplätze noch unbesetzt, 9 % mehr als vor einem Jahr. Als nicht vermittelt galten 354.500 Bewerber, 15 % mehr. Infolgedessen ist die rechnerische Differenz zwischen unbesetzten Lehrstellen und unversorgten Jugendlichen deutlich größer als vor einem Jahr (220.100; Vorjahr: 185.000).

Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Lücke durch Umstellung des BA-Vermittlungssystems überzeichnet ist. Eine Vorausschau auf das Ende des Berufsberatungsjahres lässt derzeit eine größere Lücke als Ende September 2005 befürchten. Allerdings sind hierbei mögliche mobilisierende Effekte des Ausbildungspaktes zur Bereitstellung zusätzlicher Lehrstellen nicht berücksichtigt. Auch ist schwer abzuschätzen, inwieweit die Übernahme Jugendlicher aus Einstiegsqualifizierungen in reguläre Ausbildungen den Ausbildungsmarkt entlastet. (BA)

Zu den akutellen Arbeitsmarktzahlen erklärte der Generalsekretär der CDU Deutschlands, Ronald POFALLA, der Rückgang der Arbeitslosen in Deutschland sei erfreulich, “aber alles andere als ein Grund zur Euphorie”. Man könne und werde sich mit weiterhin 4,5 Millionen Arbeitslosen nicht zufrieden geben.

“Wenn durch Überschüsse der Bundesagentur für Arbeit neue Freiräume entstehen, dann müssen wir bei der Reduzierung der Lohnnebenkosten weiter gehen als die bereits schon beschlossene Senkung des Arbeitslosen-Versicherungs-Beitrages um zwei Prozentpunkte”, so Pofalla. Die Senkung von Lohnnebenkosten sei und und bleibe “ein entscheidender Schritt, um wieder mehr Menschen in Arbeit zu bringen!”

Pofalle forderte erneut eine “grundlegende Veränderungen bei Hartz IV noch in diesem Jahr”. Pofalla: “Insbesondere brauchen wir härtere Sanktionen, wenn arbeitsfähige Arbeitslose ein zumutbares Beschäftigungsangebot ablehnen. Bei der Kürzung von Leistungen darf der Gesetzgeber den Behörden keinen Ermessenspielraum mehr zulassen.” Eine Arbeitsgruppe der Großen Koalition werde “spätestens im Herbst auch alle bisherigen Arbeitsmarktinstrumente überprüfen und den Niedriglohnbereich neu ordnen.

Der Bundesminister für Arbeit und Soziales, Franz MÜNTEFERING (SPD) erklärte: “Die deutsche Wirtschaft wächst. Auch wenn das stärkere Wachstum noch keine grundlegende Wende am Arbeitsmarkt bringt: Wir erleben den stärksten Rückgang der Arbeitslosigkeit seit Jahren. Besonders erfreulich: der starke Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den Jüngeren unter 25 um mehr als 85.000 gegenüber dem Vorjahresmonat. Das reicht nicht, ist aber schon ein Erfolg – auch unserer arbeitsmarktpolitischen Bemühungen. Es zeigen sich insgesamt positive Tendenzen bei Stellenmeldungen, es gibt entlastende Effekte durch Hartz IV und arbeitsmarktpolitische Instrumente.

Hier müssen wir in gemeinsamer Kraftanstrengung ansetzen. Diese positiven Tendenzen gilt es zu verstärken: Seitens der Politik durch die konsequente Fortsetzung der Wachstums-Förderung – zum Beispiel mit unserem 25-Milliarden EURO-Programm – sowie der konzentrierten und verantwortungsvollen Umsetzung und Fortentwicklung unserer Reformen am Arbeitsmarkt. Aber vor allem seitens der deutschen Wirtschaft: Sie bleibt gefordert, mehr Arbeit, mehr Beschäftgungsmöglichkeiten, mehr Ausbildungsplätze zu schaffen. Die Kraft dazu hat sie – die Verantwortung auch.”

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