“Antisemitismus, Rassismus,Fremdenhass entgegentreten”

GiNN-BerlinKontor.—Bundespräsident Christian WULFF hat anlässlich der Einweihung der Neuen Synagoge in Mainz am 03. September das  “Wiederaufblühen des jüdischen Lebens in Deutschland” gewürdigt.   “In Mainz und vielen anderen Orten können sie ihren Glauben und sein reiches Erbe neu entdecken und erleben, welche Stärke in der Glaubensgemeinschaft steckt. Die neu angekommenen Mitbürger sind eine Bereicherung für ihre Gemeinden und für die deutsche Gesellschaft. Sie verdienen unsere Offenheit, gerade sie suchen Perspektiven. Wir sollten stärker deutlich machen, dass wir ihre Glaubenskraft, ihre Talente und Ideen brauchen und dass die Vielfalt der Menschen auch in Zukunft zur Stärke unseres Landes beitragen wird.”

Die neuen Synagogen in Deutschland seien nicht nur ein  “Symbol des Vertrauens der Juden in unser gemeinsames Land”. Zusammen mit anderen Orten friedlich gelebten Glaubens wie Kirchen und Moscheen seien auch  “ein Sinnbild dafür, dass wir alle die Vielfalt Deutschlands annehmen und dass Juden, Christen, Muslime, Anders- und Nichtgläubige gleichermaßen nachhaltig aufgefordert sind, als Partner unser modernes Gemeinwesen mit und so zu gestalten, dass wir eine gute friedliche, gemeinsame Zukunft haben”, sagte Wulff in Mainz.

Der Austausch über Glauben, Werte und Weltanschauungen fördere das gedeihliche Zusammenleben und den Frieden zwischen den Völkern, betonte der Bundespräsident.  Wie andere Religionen könne der jüdische Glaube dazu beitragen,  “Menschen von Zwängen und Angst, von Macht- und Besitzgier zu entlasten”.  Besonders in Zeiten der Verunsicherung, in denen die Nachwirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich zu spüren seien, könne  “das Religiöse kostbar sein”.

Der Präsident verwies auf die  Erfahrungen, welche die jüdischen Gemeinden durch die Aufnahme der zugewanderten Mitglieder – zum Beispiel aus der ehemaligen UdSSR – gesammelt hätten. “Sie sind für den Dialog der Religionen und Kulturen wichtig. Im täglichen Gemeindealltag werden Chancen und Mühen der Integration und des Zusammenlebens in Vielfalt spürbar. Wo unterschiedliche Sprachen und Kulturen aufeinandertreffen, sind Konflikte nicht immer zu vermeiden”. Hier solle “Demokratie und Offenheit gelebt werden – durch aktive Teilnahme und Einmischung, aber auch durch Toleranz und den friedlichen Ausgleich der Interessen aller Beteiligten” unterstrich Wulff.. Man müsse sich füreinander interessieren – so der Bundespräsident – miteinander sprechen und  Kontroversen austragen, so “wachse ein Fundament für gemeinsames Gestalten”.  Wulff: “Das gilt für die Gemeindearbeit genauso wie für den partnerschaftlichen Dialog zwischen Juden, Christen, Muslimen, Anders- und Nichtgläubigen.”

Der gesellschaftliche Dialog komme an seine Grenzen, wo Menschen die freiheitliche Ordnung des Gemeinwesens von innen bekämpfen, sagte Wulff.  “Antisemitismus, Rassismus und Fremdenhass in all ihren Formen gehören auch heute noch zu den großen Übeln unserer Zeit. Als Demokraten dürfe man deshalb nicht nachlassen, Gewalt und politischem Extremismus entschlossen entgegenzutreten.” Dies erfordere den Einsatz aller Bürger  “für zwischenmenschlichen Respekt, Zivilcourage und richtig verstandene Toleranz.”

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

* Copy this password:

* Type or paste password here:

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>