Amerika ehrt deutsche Kanzlerin

GiNN-BerlinKontor.–-Mit 19 Salutschüssen und großem Zerimoniel empfing US-Präsident Barack H. OBAMA die deutsche Bundeskanzlerin Angela MERKEL (CDU) als erste europäische Regierungschefin im Weißen Haus in Washington D.C. Obama zur Begrüßung: “The first official visit and State Dinner for a European leader during my presidency.” Die  ARD-tagesschau notierte: “Protokollarisch aufwendig und pompös” und “demonstrative Einigkeit in politischen Fragen”. Merkel wurde mit der höchsten zivilen Auszeichnung  der USA – der Presidential Medal of Freedom geehrt.


Die Kanzlerin sagte zu Beginn ihres Staatsbesuchs in englischer Sprache: “Deutschland und Europa haben keinen besseren Partner als die USA”. Der US-Präsident: “Es ist uns eine Ehre, Sie alle als Alliierte, als Partner und vor allem als Freunde hier begrüßen zu können. Herzlich Willkommen!”

Merkel fand sehr persönliche Worte, als sie sich für die hohe Auszeichnung bedankte: “Das erste politische Ereignis, an das ich mich aus meiner Kindheit bewusst erinnere, ist der Bau der Berliner Mauer vor 50 Jahren. Ich war damals sieben Jahre alt. Dass Erwachsene ‑ auch meine Eltern ‑ vor Fassungslosigkeit weinten, hatte mich tief erschüttert. Die Familie meiner Mutter zum Beispiel wurde durch den Bau der Mauer getrennt.

Ich bin im unfreien Teil Deutschlands – der DDR – aufgewachsen. Viele Jahre habe ich, wie viele, viele andere, von der Freiheit geträumt – auch von der Freiheit, in die USA zu reisen.
Aber dass ich einmal im Rosengarten des Weißen Hauses stehen würde und dass ich von einem amerikanischen Präsidenten die Freiheitsmedaille empfangen würde – das lag jenseits aller meiner Vorstellungskräfte. Und glauben Sie mir, diese Auszeichnung ist ein wirklich sehr bewegender Moment. Meinen Dank für diese außerordentliche Ehre richte ich an das amerikanische Volk, das so viel für uns Deutsche getan hat.

Und ich danke Ihnen ganz persönlich, Herr Präsident, lieber Barack. Sie sind ein Mann mit starken Überzeugungen. Sie berühren mit Ihrer Leidenschaft und Ihren Visionen für eine gute Zukunft die Menschen – auch in Deutschland. Sie schaffen es immer wieder, wichtige internationale Impulse zu geben. Ich nenne nur das Thema Abrüstung, die Frage nach dem Verhältnis unserer Länder zu den Ländern des Mittleren Ostens und nicht zuletzt den Nahost-Friedensprozess.

Die Freiheitsmedaille sehe ich als Ausdruck der exzellenten deutsch-amerikanischen Partnerschaft an. Gemeinsam treten unsere Länder für Frieden in Freiheit ein.

Welche Kraft die Sehnsucht nach Freiheit entfalten kann, hat die Geschichte schon oft gezeigt. Sie bewegte Menschen dazu, Ängste zu überwinden und sich offen gegen Diktaturen zu stellen – so auch im Osten Deutschlands und Europas vor rund 22 Jahren. Einige dieser mutigen Frauen und Männer begleiten mich heute Abend. Die Freiheitsmedaille, die mir verliehen wird, wird auch ihnen verliehen.” (Quelle: bpa-cvd)

Obama sieht in Deutschland “im Herzen Europas” als stärksten und engsten Verbündeten. “Unsere Partnerschaft spiegelt sich in der Motivation unserer Arbeitnehmer und Unternehmen wider, die der Motor der größten Handelsbeziehungen weltweit sind. Sie spiegelt sich in den Schülern und Lehrern, den Wissenschaftlern und Forschern wider, die Neuerungen wie die sauberen, erneuerbaren Energiequellen entwickeln, die wir für die Bekämpfung des Klimawandels und die Entwicklung der Wirtschaftszweige der Zukunft benötigen.” (AD)

Beide Regierungschefs versicherten. dass USA und Deutschland  “gemeinsame Werte teilen, die zu einem gemeinsamen politischen Ziel führen.” (“Two peoples – bound with common values”) .

In Berlin gratulierte die Christlich-Demokratische Union. Die Verleihung an die Bundeskanzlerin sei  “eine große Ehre für Deutschland und Angela Merkel ganz persönlich”, so der CDU-Generalsekretär Hermann GRÖHE: “Angela Merkel ist – nach Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl – erst die zweite Deutsche, die mit diesem Zeichen höchster Wertschätzung geehrt wird. Die CDU ist stolz darauf, dass sie mit Angela Merkel und Helmut Kohl zwei Bundeskanzler in ihren Reihen hat, deren Engagement für die Freiheit, die deutsch-amerikanische Freundschaft und die transatlantische Partnerschaft bei unserem wichtigsten Partner außerhalb Europas anerkannt und gewürdigt wird.” (cdu-pressedienst)

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Präsident Obama betonte die Kanzlerin in Was hington D.C.: “Wir haben verabredet, dass Deutschland sich sehr wohl verantwortlich fühlen wird für den Fortgang in Libyen. Es wird dort viele Dinge zu klären geben und es ist unser gemeinsamer Wille, dass diese  NATO-Mission dort, erfolgreich ist. Da fühlen wir mit gemeinsamen Herzen.”

Obama dankte Deutschland für das “starke Engagement” in Afghanistan, wo “Deutsche unter amerikanischer Führung und Amerikaner unter deutscher Führung” gemeinsam kämpften.  Man habe das “Momentum” der Taliban   gebrochen, so Obama – und versicherte, dass der Abzug US-amerikanischer Truppen “in diesem Sommer” beginnen werde.

Zu Libyen sagte der US-Präsident, er habe zur Kenntnis genommen,  dass Deutschland zusätzliche Unterstützung in Afghanistan geben werde, was es den dort eingesetzten NATO-Einheiten in ihren Operationen zum Schutz der libyschen Bevölkerung ermögliche, ihre Anstrengungen zu verstärken. “Germany’s deployment of additionel resouces and personnel to Afghanistan has allowed NATO allies to increase their support to protect the Libyan people.”(white house-gov.)

Zu den US-deutschen Wirtschaftsbeziehungen sagte Obama.”Deutschland gehört zu unseren größten Handelspartnern. Wir haben besprochen, wie wir unser weiteres Wirtschaftswachstum gewährleisten und weitere Arbeitsplätze schaffen können. Tausende von amerikanischen Arbeitsplätzen werden von unseren Exporten nach Deutschland gestützt und tausende von Amerikanern arbeiten für deutsche Unternehmen, die sich dafür entschieden haben, in Amerika zu investieren. Ich freue mich sehr, dass Milliarden von Dollars aus Deutschland jetzt neue Fabriken ermöglichen ‑ Stahl in Alabama, Fertigung in Tennessee. Dadurch werden Tausende von neuen amerikanischen Arbeitsplätzen entstehen.

Die Bundeskanzlerin und ich haben die Notwendigkeit besprochen, Regulierungen und Barrieren abzubauen, so dass es mehr Handel und Investitionen gibt ‑ auch bei Elektrofahrzeugen, wo unsere beiden Länder führend sind und es enorme Möglichkeiten für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit gibt. Ich schätze die Ansichten der Bundeskanzlerin sehr, was die Finanzlage in Europa betrifft. Wir sind uns einig, dass wir weitere Risiken für die weltwirtschaftliche Erholung nicht in Kauf nehmen können.”(Übersetzung: bundesregierung-cvd)

Auf der Agenda standen neben Afghanistan und Libyen der Nahe Osten, die Euro-Krise, die Lage der Weltwirtschaft, der Welthandel sowie die künftige Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF) . Große Differenzen in inhaltlichen Positionen gab es  nach Auskunft der Delegationsmitglieder nicht.

2 Gedanken zu “Amerika ehrt deutsche Kanzlerin

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