Altersarmut – kein Problem ?

GiNN-BerlinKontor.-–Laut Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie ist Altersarmut “derzeit kein allgemeines gesellschaftliches Problem”. Armutsgefährdet sei heute eher die junge Generation. Eine wesentliche Ursache seien “unzureichende Erwerbsbiographien”. Maßnahmen, die die Qualifizierung und Integration in den Arbeitsmarkt fördern, seien daher am ehesten geeignet, die Altersarmut an der Wurzel zu packen.

Der Beirat spricht sich in seinem Gutachten gegen gesetzliche Zusatzrenten aus. Die meisten der derzeit diskutierten Vorschläge für Zusatzrenten, so der Beirat, würden vor allem die Beitragszahler und die Steuerzahler belasten. Sie würden aber nicht denjenigen helfen, die beispielsweise wegen Zeiten der Arbeitslosigkeit die notwendigen Pflichtbeitragszeiten nicht erreichen.

Auch eine stärkere Anerkennung von Erziehungszeiten, von Zeiten der Erwerbsminderung oder der Arbeitslosigkeit lehnt der Beirat ab. Dies könne zwar die Zahl derjenigen Menschen verringern, die im Alter auf die Grundsicherung angewiesen seien. Gleichwohl müssten auch diese Leistungen von nachfolgenden Generationen über Steuern oder Beiträge finanziert werden. Sie würden zudem die Anreize mindern, möglichst bald ein neues Beschäftigungsverhältnis einzugehen.

Der Beirat würdigt die aktuellen Vorschläge, die ergänzende, auch private Altersvorsorge auszubauen. Eine stärkere private, kapitalgedeckte Absicherung würde das Rentensystem nachhaltiger und robuster machen. Allerdings gelte es auch hier die “Anreiz-Effekte sorgsam abzuwägen.” (Quelle: BMWi)

“Armut  falsch verteilter Reichtum“

„Die immer weiter zunehmende Armut ist nicht Ausdruck der Finanzkrise. Sie spiegelt die Unwilligkeit der Politik wider, sich gegen die ungehemmte Machtanmaßung der Finanzmärkte zu wehren“, nennt Dietmar HAMANN, Vorstand im Verein Armutsnetzwerk (ANW) Man wolle „ein Gegengewicht aus der Sicht der Betroffenen schaffen und die gesellschaftlichen Missstände aufdecken, die zur Verschärfung der Lage der unteren Einkommensschichten führen“. Hamann: „Es sind Lohndumping, Leiharbeit, unsichere Arbeitsplätze und Perspektivlosigkeit, die die Menschen krank machen.“

Die Nationale Armutskonferenz (nak) iwurde 1991 als deutsche Sektion des Europäischen Armutsnetzwerks (European AntiPoverty Network-EAPN) gegründet.  Ihr Ziel:  ”Bedürftigkeit in Deutschland zu minimieren”. Motto „Armut ist falsch verteilter Reichtum“  Die nak will mit “unverrückbaren Forderungen wie gerechte Wohlstandsverteilung, Bildungsgerechtigkeit, Mindestlohn, Gleichberechtigung und Gesundheitsvorsorge” zu einer sozialen Politik beitragen.

Durch politische Aktionen, durch Selbstorganisation und die inhaltliche Arbeit in verschiedenen Arbeitsgruppen und vor Ort will das Netzwerk  ”gegen Armut und Ausgrenzung aktiv werden und im Dialog mit allen gesellschaftlichen Akteuren konkrete Lösungen fordern.“ (Quelle: nak.de/anw de)

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