Aleppo:Scharfe Kritik aus Berlin

GiNN-BerlinKontor.—. Die Bundesregierung mahnt Russland, das Töten und Sterben in Aleppo müsse ein Ende haben. In Aleppo ereigne sich eine “traurige Katastrophe”, sagte der deutsche Außenminister Frank-Walter STEINMEIER. Drei Stunden Waffenruhe am Tag – wie von Russland vorgeschlagen – reichten nicht aus. Er schlug erneut vor, eine Versorgung mit medizinischen Hilfsgütern aus der Luft in Betracht zu ziehen.

Die Hilferufe der Eingeschlossenen in Aleppo seien erschütternd und eine Mahnung an die Welt, sagte Regierungssprecher Steffen SEIBERT in Berlin. “Russland ist aufgefordert, seinen großen Einfluss auf den syrischen Präsidenten geltend zu machen”, so Merkels Pressesprecher. Dies gelte umso mehr, als die von Russland schon in Aussicht gestellten Fluchtkorridore entweder nicht eröffnet wurden oder sich als unwirksam erwiesen hätten. Das Elend der Menschen sei nicht zu lindern, wenn lediglich drei Stunden Feuerpause am Tag verkündet würden. “Das soll wie ein Entgegenkommen klingen, ist aber eigentlich Zynismus.”

Aleppo brauche eine ungehinderte Versorgung mit Nahrungsmitteln und mit medizinischem Bedarf, betonte Seibert. “Wir brauchen den zumindest befristeten Waffenstillstand, um den die UN sich derzeit intensiv bemüht, der aber bisher nicht zu erreichen war.” Der syrische Präsident Baschar Hafiz al-Assad und sein Partner Russland dürften sich diesen humanitären Mindestforderungen nicht verweigern. Ihre Entscheidung sei es, ob in Aleppo weiter gestorben werde oder ob die Menschen dort nach Monaten des Leidens Hilfe und Hoffnung bekämen.

Außenminister Steinmeier hatte in der WET am SONNTAG (14.08.) erklärt, die Bundesregierung sei mit den Vereinten Nationen, den USA und mit Russland darüber im Gespräch, wie die dringend benötigte humanitäre Hilfe nach Aleppo geliefert werden könne. Es brauche eine Lösung für ganz Syrien, so Steinmeier. “Nicht der Versuch, den Konflikt über Verhandlungen zu lösen, hat uns in diese tragische Lage gebracht, sondern die Illusion, der Konflikt sei militärisch zu lösen.”

Deutschland ist in diesem Jahr mit über € 1 Milliarde der größte Geldgeber für humanitäre Hilfe für Syrien. In Aleppo unterstützt Deutschland unter anderem Krankenhäuser und die Elektrizitätsversorgung, die für Trinkwasserpumpen entscheidend ist. Zudem hilft die Bundesregierung den Vereinten Nationen bei der Nahrungsmittelversorgung. Weitere humanitäre Maßnahmen finanziert Deutschland auch in anderen Regionen in Syrien, ebenso wie in den Nachbarländern. (Quelle: bundesregierung.de)

Die NATO soll in Syrien einen Angriff mit 624 Marschflugkörpern vorbereitet haben, behauptet Russlands Verteidigungsminister Sergej SCHOIGU laut Sputnik News, Moskau habe dies jedoch verhindern können. “Wäre es zu einem massiven NATO-Angriff gekommen, wäre die Staatsstruktur Syriens fast kaum wiederherstellbar gewesen.” Weiter meldet die russische staatliche Nachrichtenagentur, es sei “Russlands diplomatischen Bemühungen” gelungen, eine Auslandsintervention in Syrien zu vermeiden und die USA und Saudi Arabien zu überreden, dass die Krise friedlich geregelt werden müsse. (Quelle:sputniknews.de)

 

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