Abzug deutscher Tornados aus Afghanistan

GiNN-BerlinKontor.-–Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor ZU GUTTENBERG (CSU)  hat am 22. 09. “in Absprache und in voller Übereinstimmung” mit Außenminister Guido WESTERWELLE (FDP)) entschieden, die beim Einsatzgeschwader Mazar-e Sharif stationierten sechs Aufklärungs-Tornados aus Afghanistan abzuziehen. Die Rückverlegung der Flugzeuge und ihrer Mannschaften soll voraussichtlich im November erfolgen. Die weiterhin erforderliche taktische Luftaufklärung in Gesamt-Afghanistan  – so das deutsche Verteidigungsministerium – soll künftig durch Aufklärungssysteme von Partnernationen ersetzt werden. Ein Tornado-Einsatzmodul des Aufklärungsgeschwaders 51 “Immelmann”  wird der NATO künftig als „Reserve“ zur Verfügung bleiben, um es  “bei Bedarf” kurzfristig wieder nach Afghanistan verlegen zu können.
Der Oberkommandierende der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe (ISAF=International Security Assistance Force) in Afghanistan, US-General David PETRAEUS,  hatte zuvor in Interviews und in einem Schreiben an den Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker  WIEKER,  angedeutet, man könne im Kampfgebiet auf die deutschen “Tornados” verzichten, wenn Deutschland mehr Ausbilder für die afghanische Armee und Polizei abstellen würde.

Der deutsche Verteidigungsminister zu Guttenberg reagierte darauf mit dem Hinweis in der ARD:  “Das ist eine militär-fachliche Entscheidung, die zu treffen ist und die wir gerade auch auf der Spitzenebene entsprechend abstimmen.”  Petraeus hatte laut SPIEGEL zudem zusätzlich “350 deutsche Soldaten der flexiblen Reserve” angefordert. Guttenberg sagte dazu, die Bundeswehr werde derzeit die Zahl der deutschen Ausbilder von afghanischen Soldaten von 280 auf 1500 erhöhen.  General Petraeus bekäme zudem  “von uns 5000 Soldaten plus 350 flexible Reserve, die bringen wir im Rahmen der NATO ein”, so Guttenberg. Die seit 2007 in Afghainstan stationierten “Tornados” haben ein Bundestagsmandat bis 2011.

Auch Bundesaußenminister Guido WESTERWELLE (FDP)  erklärte laut HANDELSBLATT, dass bei möglichen Mandatsspielräumen neue Ausbildungskräfte statt Kampftruppen in Afghanistan eingesetzt werden sollten. Die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte seien der “Schlüssel und die Voraussetzung für die Übergabe der Sicherheitsverantwortung und damit die Abzugsperspektive”.

Im “Afghanistankonzept der Bundesregierung”  hatte es 2008 unter anderem geheissen: “Wir unterstützen die ISAF-Gesamtoperation durch Luftaufklärung mit RECCE-Tornados in  g a n z  Afghanistan. Der Einsatz der Tornados dient der Verbesserung der Führungsfähigkeit und der Effizienz der Stabilisierungs- und Sicherheitsoperationen von ISAF sowie dem Schutz der ISAF-Soldaten in  g a n z  Afghanistan, aber auch der im Lande eingesetzten zivilen Helfer und der afghanischen Bevölkerung. Er findet in der Allianz hohe Wertschätzung.”

Die deutschen “REECE-Tornados”  des Aufklärungsgeschwader 51 „Immelmann“ wurden ausschließlich zur “abbildenden Luftaufklärung”  (Imagery Intelligence) eingesetzt. Obwohl eine Auswertemöglichkeit der geschossenen “Reconnaissance”-Fotos bereits in der Luft möglich ist,  wird das System in der Boden-Auswertestation (Recce-Ground-Station) “gründlich ausgewertet”. Ein Aufklärungseinsatz erfolgt in der Regel aus geringer oder mittlerer Höhe. Der Einsatz soll “außerordentlich erfolgereich”  sein.

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