AA-BERTELSMANN-Symposium zum „Post-Conflict-Management“

GiNN/BerlinKontor.–Unmittelbar nach der Beendigung des bewaffneten Kampfes hat die Herstellung von Sicherheit oberste Priorität. Die internationale Gemeinschaft sollte jedoch von Anfang an über eine umfassendere Strategie verfügen, welche die Wiederherstellung des öffentlichen Lebens und einer von der Bevölkerung getragenen Regierung zum Ziel hat.

Dies ist die Quintessenz einer internationalen Konferenz des Auswärtigen Amtes und der BERTELSMANN-STIFTUNG Stiftung zum Thema „Post-Conflict-Management“.

Um Frustrationen zu vermeiden, sei an erster Stelle ein realistisches Erwartungsmanagement notwendig. Sowohl die internationale Gemeinschaft als auch die Bevölkerung vor Ort müssen sich darüber im Klaren sein, dass die Verbesserung der ökonomischen wie politischen Situation in unlängst noch von Gewalt gezeichneten Gebieten nicht über Nacht zu erzielen ist.
Vielmehr bedarf es auf beiden Seiten eines langen Atems, um politische Stabilität, wirtschaftliche Prosperität und gesellschaftliche Aussöhnung zu erreichen.

Ohne eine Perspektive für ein besseres Leben der Bevölkerung und ohne deren Vertrauen, so Außenminister Joschka FISCHER, aber liefen alle Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft ins Leere.

„Kein Post-Konfliktgebiet ist ein unbeschriebenes Blatt. Überall treffen wir auf lokale Traditionen und Strukturen. Ohne kulturelle Sensibilität, ohne Respekt vor den historisch gewachsenen örtlichen Gegebenheiten werden wir bei aller Prinzipientreue deshalb nicht erfolgreich sein.“

Im zurückliegenden Jahrzehnt hat sich die Prävention und Bewältigung von gewaltsamen Konflikten als die vielleicht größte Herausforderung herausgestellt, vor der die internationale Gemeinschaft steht. Die Entwicklungen auf dem Balkan, in Afghanistan oder in Somalia zeigen die Schwierigkeiten, von außen erfolgreich bei den innerstaatlichen Konflikten zu vermitteln und den politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Wiederaufbau zu unterstützen.

Trotz der Probleme, denen sich UN wie die EU und andere regionale Organisationen gegenübersahen, sind viele wertvolle Erfahrungen beim Post-Konfliktmanagement gesammelt worden, so Josef Janning, Leiter des Themenfeldes Internationale Verständigung der Bertelsmann Stiftung. Nun komme es darauf an, diese zu systematisieren und den Beteiligten zur Verfügung zu stellen. Hierzu leiste die Konferenz wie das neu geschaffene Projekt der Bertelsmann Stiftung einen Beitrag.

Bei der zweitägigen Wiederaufbaukonferenz waren ca. 120 Vertreter internationaler Organisationen, des Bundestags, der Bundesregierung und anderer Staaten, aus Entwicklungszusammenarbeit, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Medien ihre Erfahrungen anwesend.

Zu den Teilnehmern gehörten neben Außenminister Joschka Fischer und dem Sonderberater des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, Lakhdar Brahimi, der Friedensnobelpreisträger und jetzige Außenminister von Timor-Leste, Dr. José Ramos-Horta, der Generalsekretär der OSZE, Jan Kubis, der Hohe Repräsentant der internationalen Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina, Lord Ashdown, sowie die Sonderbeauftragten des Generalsekretärs der Vereinten Nationen für Ost-Timor, Sukehiro Hasegawa, und für Sierra Leone, Daudi Ngelautwa Mwakawago.

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