99 Jahre Internationaler Frauentag

GiNN-BerlinKontor.—-Alice SCHWARZER,  Herausgeberin der Zeitschrift EMMA, hat zum 99. Jahrestag des Internationalen Frauentages die Abschaffung  dieses “überflüssigen, gönnerhaften  8.März” gefordert.  In der Frankfurter Rundschau schrieb Schwarzer: “Machen wir aus dem einen Frauentag im Jahr 365 Tage für Menschen, Frauen wie Männer”.  Der Internationale Frauentag  sei eine “sozialistische Erfindung”, die auf einen Streik von Textilarbeiterinnen zurückgehe. Die Frauenbewegung sei aber bekanntermaßen Anfang der 1970er Jahre im Westen nicht zuletzt aus Protest gegen die Linke entstanden, erinnert Alice Schwarzer – “eine Linke, die zwar noch die letzten bolivianischen Bauern befreien wollte, die eigenen Frauen und Freundinnen aber weiter Kaffee kochen, Flugblätter tippen und Kinder versorgen ließ.”  Die obersten Etagen in real-sozialistischen Ländern  seien  “frauenfrei” gewesen, so Schwarzer. “Unter diesen Vorzeichen ist die Übernahme des sozialistischen Muttertags als unser Frauentag für Feministinnen -  gelinde gesagt – der reinste Hohn.”

Es war die deutsche Sozialistin Clara ZETKIN, die den Internationalen Frauentag begründete. Er wurde erstmals am 19. März 1911  auch in  Dänemark, Schweden, Österreich und in der Schweiz begangen. Zetkin forderte damals das Recht auf politische Mitbestimmung und gleichen Lohn wie ihre männlichen Kollegen sowie mehr Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Zum internationalen Frauentag bekräftigte die SPD ihre Forderung nach echter Gleichstellung  – “verbindliche, gesetzlich garantierte Rechte statt laue Appelle an die Wirtschaft der Bundesregierung”.  An der Spitze sozialdemokratischer Forderungen stehe “gleicher Lohn für gleiche Arbeit” und eine Frauenquote für Aufsichtsräte.

In einem SPD-Präsidiumsbeschluss zum Internationalen Frauentag heißt es zum “Fraueneinkommen”, junge Frauen seien heute zwar so gut ausgebildet wie keine Generation vor ihnen, aber immer noch verdienten sie durchschnittlich rund 23 % weniger als die Männer. “Das ist beschämend und inakzeptabel”,  so die SPD.

Die Bundesregierung müsse klare gesetzliche Regelungen schaffen, um die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen zu schließen – “etwa durch einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn. Zusätzlich müsse der Ausbau der Kinderbetreuung vorangetrieben werden, fordert die SPD.

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