4. Klimabericht des UNO-Umweltrates alarmiert die Welt

GiNN-BerlinKontor.–In Paris wurde am 02.02. der Vierte Klimabericht des Umweltrates der Vereinten Nationen vorgelegt, der die Welt wegen der zunehmenden, dramatischen Veränderung des Weltklimas alamiert hat. Der französische Staatspräsident Jacques CHIRAC forderte ein “weltweites Umweltmanagement”. Er sprach von einer “Revolution”.

Deutschland und Frankreich sind fest entschlossen, jetzt die Gründung einer Umweltorganisation der Vereinten Nationen (UNEO) durchsetzen. Die Zeit für Halbheiten sei vorbei, so Chirac. “Der Tag rückt näher, an dem der Klimawandel jeder Kontrolle entgleitet. Es ist Zeit für eine Revolution des politischen Handelns.”

Beobachtungen der letzten Jahre zeigen insbesondere einen stärkeren Anstieg des Meeresspiegels, aber auch eine dramatische Beschleunigung der Erderwärmung. Die Temperaturzunahme der letzten 50 Jahre ist doppelt so hoch wie in den letzten 100 Jahren. Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel haben die bedeutende Rolle des Ozeans im Weltklimageschehen für den UNO-Bericht herausgearbeitet. Dazu gehören neue Erkenntnisse über den Ausmaß des Meeresspiegelanstiegs, das Verhalten des Golfstroms wie auch Änderungen in der Wechselwirkung zwischen Ozean und Atmosphäre.

“Der Großteil des seit Mitte des 20. Jahrhunderts gemessenen Anstiegs der weltweiten Durchschnittstemperaturen ist sehr wahrscheinlich auf den verstärkten Ausstoß der vom Menschen verursachten Konzentration an Treibhausgasen zurückzuführen”, schrieben die Wissenschaftler im UNO- Auftrag. Seit Beginn der Temperaturstatistik vor etwa 150 Jahren seien zehn der heißesten Jahre seit 1994 verzeichnet worden.

Bis zum Jahr 2100 sei das Abschmelzen der Eisflächen der Arktis und auf Grönland möglich, so der Internationale Wissenschaftsrat zum Klimawandel (IPCC), der die Forschungsergebnisse von 2500 Experten aus 135 Ländern zusammenfasste. Wahrscheinlich sei auch, dass tropische Wirbelstürme an Heftigkeit zunehmen würden. Im schlimmsten Fall sei mit einem Anstieg der Durchschnittstemperatur um 6,4 Grad als Folge der Verbrennung von Öl und Kohle in Fabriken, Kraftwerken und Autos zu rechnen.

Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), wurde 1988 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP und der Weltorganisation für Meteorologie WMO gegründet. Das der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) beigeordnete Panel hat die Hauptaufgabe, Risiken des Klimawandels zu beurteilen und Vermeidungsstrategien zusammenzutragen. Der Sitz des IPCC Sekretariats ist Genf.

Christian RUCK (CSU),  entwicklungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sagte zum Klimabericht: “Dass das Klima sich wandelt, war uns allen klar. Dass der Mensch dafür auch mit die Verantwortung trägt, ist nunmehr wissenschaftlich erwiesen. Wenn wir nun den Klimawandel provoziert haben, so steht es auch in unserer Macht, ihn einzudämmen. Das muss nun geschehen!

Die globale Erderwärmung ist auf den dramatischen Anstieg der C02-Emissionen zurückzuführen. Da Deutschland jedoch nur für 3,19 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich ist, müssen wir uns auch auf die Länder konzentrieren, die den weit größeren Teil der Emission ausstoßen. Die Schwellenländer und Entwicklungsländer rücken da in den Fokus.

Wir müssen in Schwellenländern den C02-Ausstoß durch entwicklungspolitische Förderung von Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz vom Wirtschaftswachstum abkoppeln und sie in die politische Verantwortung nehmen.

Klimaschutz bedeutet aber auch, die Ärmsten vor dem Klimawandel zu schützen – denn sie trifft es zuerst. Wir müssen in Entwicklungsländern Einkommensquellen schaffen, damit die arme Bevölkerung sich gegen Dürre, Hitze, Kälte, Stürme und Überflutungen eigenständig wappnen kann.

Unsere Anstrengungen mehr Energie aus Biokraftstoffen zu gewinnen, darf nicht dazu führen, dass der Wald gerodet wird, um Monokulturen für Biokraftstoffe in Entwicklungsländern zu schaffen. Der Walderhalt in Entwicklungsländern ist der wichtigste Schlüssel, um C02-Emissionen wieder zu binden.”

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