3.600 Kilometer neue Stromautobahnen bis 2020

GiNN-BerlinKontor.—Die am 24.11. veröffentlichte dena-Netzstudie II beziffert den Netzausbaubedarf für die Stromübertragungsnetze bis 2020 auf bis zu 3.600 km – zusätzlich zu den 850 km der dena-Netzstudie I, von denen bislang rund 90 km in Betrieb sind. Maßgeblicher Treiber für den Netzausbau ist der Ausbau der Windenergie: Im Jahr 2020 werden die Windkraft-Erzeugungskapazitäten bei 51 Gigawatt liegen. Windkraft ist damit die dominierende Größe beim Netzausbau.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Rainer BRÜDERLE (FDP) erklärte dazu in Berlin: “Die Ergebnisse der Studie bestätigen: Die Herausforderungen für die Erneuerbaren Energien liegen heute nicht mehr allein in der Erzeugung von Strom, sondern vor allem auch beim Netzausbau. Denn die Netze dürfen nicht zum Nadelöhr werden. Nur mit neuen Stromleitungen kann Strom aus Erneuerbaren Energien in das Gesamtsystem integriert und so zur tragenden Säule unserer Energieversorgung werden.”

Ziel der Studie ist die Ermittlung des Netzausbaubedarfs der Übertragungsnetze, der erforderlich ist, um bis 2020 einen Anteil von 39 % Erneuerbarer Energien an der Stromversorgung in das Übertragungsnetz zu integrieren. Die Studie wurde unter maßgeblicher Einbindung des BMWi und des BMU branchenübergreifend erstellt und finanziert.

Untersucht wurde auch der Beitrag, den innovative Technologien zur Bewältigung des Netzausbaus leisten können. So kann etwa der Einsatz von Hochtemperaturleiterseilen den Ausbau neuer Trassen auf 1.700 km reduzieren. Allerdings müssten dann zusätzlich 5.700 km bestehende Leitungen umgebaut werden. Im Vergleich zur konventionellen Übertragungstechnologie wären damit fast doppelt so hohe Kosten verbunden, so das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi).

Deutlich wurde auch, dass der Einsatz von HGÜ- und Erdkabeltechnologien heute noch nicht die Lösung aller Probleme beim Netzausbau sein kann. Würde der gesamte Netzausbau mit der HGÜ-Technologie unter der Erde realisiert, müssten trotzdem 3.400 km neue Leitungen mit insgesamt zwei- bis dreimal so hohen Kosten gebaut werden. Diese Mehrkosten tragen letztlich die Stromverbraucher über die Netzentgelte. Um innovative Technologien weiter zu entwickeln, sollten ihre Potentiale deshalb in Pilotprojekten erprobt und ausgebaut werden.

Brüderle: “Der Netzausbaubedarf ist erheblich. Um so wichtiger ist es, dass der Ausbau kosteneffizient erfolgt. Nur so gewährleisten wir bezahlbare Strompreise für die Wirtschaft und die privaten Haushalte. Dabei dürfen wir aber die Interessen der vom Netzausbau betroffenen Bürgerinnen und Bürger nicht unberücksichtigt lassen. Deshalb sollten im Einzelfall auch alternative Übertragungstechnologien in Betracht gezogen werden.”

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