AfD im Kreuzfeuer

GiNN-BerlinKontor.—Politische Beobachter – Publizisten und Wahlforscher – bewerten das “verbiesterte Sperrfeuer der etablierten Parteien” gegen die Alternative für Deutschland (AfD) zunehmend skeptisch. Sie verweisen darauf, dass die ständigen Beschimpfungen und Unterstellungen nicht nur gegen die Partei AfD gerichtet sind, sondern auch Millionen von Wählern unterstellen, “undemokratisch” zu sein. Es sei nicht ratsam, so  “mit der Brechstange” Wähler  überzeugen zu wollen.

Wahlforscher  sagen voraus, dass bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt am 13. März die AfD mit möglicherweise zweistelligen Ergebnissen erstmals in die Parlamente einziehen wird. Es gebe Anzeichen,  dass die “Propaganda gegen die Rechtspopulisten” den  Zulauf der Wähler zur AfD nicht habe stoppen können. Übrigens: Am 06.03. kam die  AfD, die in Hessen zum ersten Mal bei Kommunalwahlen antrat, landesweit 13,2 %(!)  der Stimmen.

 Zuvor hatte SPD-Chef und Bundeswirtschaftsminister Sigmar GABRIEL in der  BILD am SONNTAG (31.01.) erklärt, die AfD müsse für TV-Runden im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgeschlossen werden: “Für mich gehört die AfD in den Verfassungsschutzbericht und nicht ins Fernsehen”, so der Vizekanzler. Bei der AfD – Partei-Slogan “Mut zur Wahrheit” – gebe es “massive Zweifel”, dass sie noch auf der freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Republik stehe, sagte Gabriel der BamS.

Der Bundesvorstand der AfD beklagt seit Monaten die andauernde “Schmutzkampagne der etablierten Politiker, die seit Wochen gegen die AfD geführt wird.” Die Partei zieht auch die Mitleidskarte, wenn sie von “Verleumdung, Rufmord und Propaganda” spricht.

Matthias JUNG (Forschungsguppe Wahlen Mannheim e.V.) warnte die Parteien vor einer “politischen Stigmatisierung” der AfD. “Das bringt überhaupt nichts. Die Ausgrenzung der AfD sei ein “Rohrkrepierer”. Jung: “Polarisierung mobilisiert – und Mobilisierung ist das, was die AfD brauchen kann”, so der Wahlforscher laut Berliner “Tagesspiegel” und analysiert:Die AfD ist sehr mono-thematisch und sehr klar, sie verwirrt die Leute nicht mit mehreren Themen.”

Jung hatte im September 2014 notiert: “Mit Sicherheit handelt es sich bei der AfD nicht um eine rechtsextremistische Partei wie bei der NPD, aber die NPD hat zu Recht darauf hingewiesen, dass beide zum Teil um die gleiche Wählerklientel konkurrieren. Und so mancher Slogan im Wahlkampf war relativ ähnlich. Man kann sogar sagen, dass der Erfolg der AfD letztlich den Einzug der NPD verhindert hat, weil rund jeder zehnte AfD-Wähler das letzte Mal noch NPD gewählt hat.”

Festzustellen ist, dass sich AfD “in populistischer Manier” zur nationalen Kultur und zum christlichen Abendland bekennt, aber auch gegen die “unkontrollierte Einwandererflut” und gegen die EU. Und sie will “Volksabstimmungen für Euch in allen Schicksalsfragen der Politik”. Auch AgitProp können die AfDler: “Demokratie heißt Volksherrschaft. Diese Erkenntnis ist verloren gegangen. Die sich abzeichnende Staatskrise, die dieses Land bis ins Mark erschüttern wird, wird zunehmend weiten Teilen der Bevölkerung bewusst.”

Das alte Lied: Rechtspopulisten appellien an das Volk und an den “genuiden Volkswillen”. Sie agieren propagandistisch als “Sprachrohr” der bisher schweigenden Mehrheit, deren Interessen angeblich von den etablierten Parteien ignorieren werden.

Die AfD will volksnah und heimatverbunden auftreten. Ihre Parteiprogramme tragen die Überschriften: “Mit Herz und Verstand für unser Land” (Rheinland-Pfalz),”Für unser Land – für unsere Werte” (Baden-Württemberg) und “Für unsere Heimat” (Sachsen-Anhalt). Das scheint zu funktionieren.

Der Berliner Tagesspiegel kommentierte, neben der CDU sei “rechts der Mitte”, die AfD aufgekommen. Und “dass die AfD rasch schwächer wird, ist nicht zu erwarten. Wenn nämlich richtig ist, dass das europäische Flüchtlingsthema größer ist als die deutsche Wiedervereinigung, dann ist es nicht morgen und nicht übermorgen beendet. Zumal es auch nicht nur von Flüchtlingen handelt, sondern von Nation und Identität und Integration und dem Bild der Gesellschaft der Zukunft.” (Quellen: Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen, Tagesspiegel/alternativefuer..de)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

* Copy this password:

* Type or paste password here:

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>