Ausstellung Erster Weltkrieg

GiNN-BerlinKontor.-–Bei der Eröffnung der Ausstellung im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums am 28. Mai  in Berlin erklärte Bundeskanzlerin Angela MERKEL (CDU: „Wir erinnern in diesem Jahr an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren. Ihm folgte der Zweite Weltkrieg, der unvorstellbare Gräueltaten mit sich brachte, bis hin zum Zivilisationsbruch der Shoa. Nach dem Ende dieser Schrecken wurde Europa in zwei feindliche Blöcke geteilt. Erst mit dem Fall der Berliner Mauer vor 25 Jahren wurde der Weg für ein geeintes Europa frei.”

Merkel führte weiter aus: „In diesem Europa gilt die Stärke des Rechts und nicht das Recht des Stärkeren. Die dazu geschlossenen Verträge und Gesetze unserer Europäischen Union mögen die nüchterne Seite unseres Miteinanders in Europa sein. Und doch bilden sie das stabile Fundament der Europäischen Union, denn sie garantieren zum Beispiel die vier Freiheiten des Binnenmarkts: den freien Personen-, Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr – eine wesentliche Voraussetzung für eine gute wirtschaftliche Entwicklung Europas.

Europäische Institutionen sorgen auch dafür, dass Europa in der Welt mit einer Stimme sprechen und sich damit Gehör verschaffen kann, während die Stimme der einzelnen Länder allein viel schneller verhallen würde. Daran zeigen sich schon entscheidende Unterschiede zum Europa des Jahres 1914.

Ganz deutlich zeigt sich der Wandel an der Gesprächskultur, die wir heute in Europa pflegen. Die Staats- und Regierungschef und ihre Minister tauschen sich regelmäßig aus. Sie greifen zum Telefonhörer, in diesen Tagen gerade wieder besonders viel – ich bin heute Nacht erst spät von einem solchen Austausch zurückgekehrt. Die Regierungen arbeiten in verschiedensten Gremien zusammen. Wir sehen uns, wir sprechen miteinander, wir kennen uns – so entsteht Vertrauen, das Grundvoraussetzung für eine gedeihliche politische Zusammenarbeit ist.

1914 bot sich dagegen ein völlig anderes Bild. Zwischen manchen Staatenlenkern herrschte über Jahre hinweg Funkstille. Auch leitenden Beamten fehlte oft der Draht zu ihren Kollegen. Das lässt sich nicht allein mit damals eingeschränkten technischen Möglichkeiten entschuldigen.

Der Chefredakteur des „Berliner Tageblatts“ Theodor Wolff zeigte sich erschüttert angesichts der Hilflosigkeit in den Amtsstuben. Zwei Tage vor dem Kriegseintritt Deutschlands war er zu Gast im Außenministerium und notierte später: „Man heuchelte achselzuckend Kaltblütigkeit, man verbarg die Furcht hinter Masken, man kam mit einem verräterischen Atem aus dem Klub, in dem man den Mut mit Kognak belebt hatte.“ Vergebens hoffte der Journalist, überzeugende Antworten auf die drohende Gefahr zu finden.

Auch heute haben wir natürlich nicht für alle Fälle immer sofort die passende Antwort zur Hand. Manches braucht Zeit. Manchmal müssen auch neue Erfahrungen gesammelt werden. Aber viele bewährte Routinen und Mechanismen der Europäischen Union bewahren. „ uns davor, dass Sprachlosigkeit entsteht, dass wir in Handlungsstarre verfallen oder vor jeder größeren Hürde einfach kapitulieren. Nein, gerade weil die Europäische Union handlungs- und kompromissfähig ist, leben wir seit über fünf Jahrzehnten in Frieden und Freiheit. Und das ist alles andere als selbstverständlich.

Wie schnell Frieden und Freiheit infrage gestellt werden können, zeigt uns gegenwärtig zum Beispiel der Konflikt in der Ukraine. Die Annexion der Krim durch Russland und die angespannte Lage in der Ostukraine stellen das Land vor eine riesige Bewährungsprobe. Ich setze darauf, dass mit der Präsidentschaftswahl am vergangenen Sonntag ein neuer Anfang gemacht ist und im Dialog eine Lösung gefunden wird. Ich bin und bleibe dabei zuversichtlich. Denn das Beispiel Europa zeigt uns ja: Menschen und Nationen sind in der Lage, aus der Geschichte zu lernen. Eine zentrale Lehre ist: Dialog und Integration statt Abschottung und Renationalisierung – Kooperation statt Konfrontation. Da erweist sich die heutige Ausstellung als besonders lehrreich. Deshalb schließe ich damit, zu sagen: Ich kann jedem einen Besuch empfehlen.” (Quelle: bundesregierung.de)

 

Der Erste Weltkrieg wurde von 1914 bis 1918 in Europa, dem Nahen Osten, in Afrika, Ostasien und auf den Weltmeeren geführt und forderte rund 17 Millionen Menschenleben. Der Krieg begann nach dem Attentat von Sarajevo mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien am 28. Juli 1914. Er endete mit dem Waffenstillstand von Compiègne am 11. November 1918.  Über 40 Staaten beteiligten sich an diesem  Krieg. 70 Millionen Menschen standen unter Waffen. (Quelle: Wikipedia)

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