GiNN-BerlinKontor.—Vor über 3000 OPEL-Mitarbeitern im OPEL-Stammwerk Rüsselsheim hat Bundeskanzlerin Angela MERKEL (CDU) dem Unternehmen staatliche Unterstützung zugesagt. “Wir haben die Instrumente – und das sage ich ausdrücklich zu – eine langfristige Lösung zu schaffen”, sagte Merkel. Wenn das Unternehmen Opel mit einem anderen Investor – oder einer Bank – wieder in Gang gebracht werde, könne auch der Staat Bürgschaften übernehmen. “Da werde ich alles daran setzen, das zu schaffen”, sicherte Merkel zu. Eine direkte staatliche Beteiligung an der Opel AG – wie sie der SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter STEINMEIER vorgeschlagen hatte – lehnte die Kanzlerin jedoch erneut ab.
Unter großem Beifall sagte Merkel: “Wir müssen jetzt den Grundstein legen – und zwar schnell – um ein OPEL EUROPA zu kreieren, das für die Zukunft gerüstet ist.” Die US-Regierung hatte der Opel-Muttergesellschaft General Motors Corp (GM) erneut eine Frist von 60 Tagen eingeräumt, um ein “tragfähiges Sanierungskonzept” vorzulegen. Das dauert der Kanzlerin offensichtlich zu lange.
Angela Merkel, die mit Plakaten wie “Angie – Du wirst uns doch nicht hängen lassen? – freundlich empfangen wurde, machte deutlich: “Wir müssen alles daran setzen, einen Investor zu finden, der natürlich mit staatlicher Unterstützung – ich sage das ausdrücklich zu, nicht nur für die Landesregierung, sondern auch für die Bundesregierung: Wir haben dafür die Instrumente.” Es müsse jedoch ein Investor sein, der “eine langfristige Basis aufbaut und der an OPEL glaubt”, so Merkel vor den applaudierenden Opelanern.
Ein tragfähiges Revitalisierungskonzept für OPEL sei aber nur “in enger Abstimmung mit den USA” möglich, betonte Merkel und fügte hinzu: “Man wird sicherlich hart und selbstbewußt verhandeln müssen”, aber man dürfe in dieser schwierigen Lage auch nicht einknicken, denn: “Wir brauchen GM – aber GM braucht auch Opel”, sagte die Kanzlerin in Rüsselsheim, die vom hessischen Ministerpräsidenten Roland KOCH (CDU), Verteidigungsminister Franz Josef JUNG (CDU) sowie dem hessischen Wirtschaftsminister Dieter POSCH (FDP) begleitet wurde.
Für die „Verhandlungen auf Augenhöhe mit den Amerikanern” – wird auch die Merkel-geführte Regierung in Berlin nach amerikanischem Vorbild eine “Task Force” zusammenstellen – aus qualifizierten Vertretern aus Bund, Bundesländern und deutschen Banken. Großer Beifall!
Aus Detroit/ÙSA wird gemeldet, der neue GM-Chef Fritz HENDERSON, erwäge eine “geordnete Insolvenz” zur Sanierung des Unternehmens. Die US-Regierung prüft angeblich ernsthaft diese Möglichkeit einer “Blitz-Insolvenz”, auch um “langzeitiges und langwieriges Tauziehen vor Gerichten zu vermeiden”.
Aber OPEL-Europa-Chef, Carl Peter FORSTER, gab sich optimistisch. Opel habe “viele seiner Hausaufgaben längst gemacht”. Unabhängige Experten hätten Opel “höchste Produktqualität” bescheinigt: “Unsere OPEL-Automobile gehören regelmäßig zu den Gewinnern harter Vergleichstests kritischer Medien. Auf unternehmerischer Seite haben wir ebenfalls wichtige Schritte eingeleitet, um Opel zusammen mit dem europäischen Produktionsverbund und den nationalen Vertriebsgesellschaften als neues europäisches Unternehmen aufzustellen.”
OPEL hofft europaweit auf eine staatliche Bürgschaft in Höhe von von € 3,3 Milliarden. Forster versichrete auch in Rüsselsheim, dass Opel auch im Falle einer Trennung von GM “vollen Zugriff auf die Technologie-Patente des Konzerns behalten wird”. General Motors mußte jedoch den Großteil dieser Patente an die US-Regierung verpfänden.