Syrien mobilisiert Streitkräfte – Irans Außenminister in Damaskus und Beirut

GiNN-Global iNet News.–Baschar al-Assad, Präsident der Syrischen Arabischen Republik, hat am 31.07. seine Streitkräfte zur “erhöhten Bereitschaft” aufgefordert. Syrien hatte Israel mehrmals gewarnt, ihre “Grenzverletzungen” einzustellen. Die israelische Luftwaffe unternahm so genannte “Grenzverletzungsflüge”. Israelische Sonderkommnandos operieren angeblich auch an der syrisch-libanesischen Grenze, um die Waffenlieferungen zum Libanon zu behindern.

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Atomstreit mit Teheran: “Pflaumenweiche Zeigefinger-Politik” der UNO

GiNN-Global iNet News.—Der United Nations Security Council (UNSC) hat am 31.07. in New York fast einstimmig die Islamische Republik IRAN mit einer Sanktions-Drohung belegt. Die Resolution zum iranischen Atomprogramm wurde von 14 der 15 Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates verabschiedet, nur Katar enthielt sich der Stimme. Die Resolution setzt Teheran für die Aussetzung seiner Uran-Anreicherungen also eine nochmalige Frist vier Wochen.

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Finanzierung & Geldvermögensbildung im EURO-Währungsgebiet

GiNN-Global iNet News.—Die Jahreswachstumsrate der Finanzierung der nichtfinanziellen Sektoren im Euro-Währungsgebiet erhöhte sich von 6 % im vierten Quartal 2005 auf 6,2 % im ersten Jahresviertel 2006. Die jährliche Zuwachsrate der Fremdfinanzierung der nichtfinanziellen Sektoren stieg im gleichen Zeitraum von 6,5 % auf 6,9 %.

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ifo-Standpunkt: Deutschland Einwanderungsland – 18,5 % Immigranten

GiNN-Global iNet News/ifo.—Wie viele Immigranten leben eigentlich in Deutschland? Keiner konnte diese Frage bislang
beantworten. Bekannt war nur der Ausländeranteil von 8,9 %, und der hielt sich im europäischen Rahmen. Man wunderte sich allerdings über diese geringe Zahl, denn sie entspricht nicht dem Bild auf den Straßen unseres Landes.

Seit das Statistische Bundesamt nun die Ergebnisse seines neuen Mikrozensus veröffentlicht hat, wissen wir mehr. Nun ist plötzlich von 18,5 % Immigranten die Rede. Die Überraschung hätte größer kaum sein können. Fast jeder fünfte Bewohner Deutschlands ist demnach ein Immigrant.

Zwischen den beiden Zahlen besteht aber nur ein scheinbarer Widerspruch, denn Ausländer und Immigranten sind nicht dasselbe. Immigranten können eingebürgert werden – dann sind sie keine Ausländer mehr; und es kann sich um Russland- und Rumäniendeutsche handeln, die ohnehin als Deutsche zählen. Die 8,9 % bezieht sich somit nur auf jene Immigranten, die nicht über die deutsche Staatsbürgerschaft verfügen.

Demgegenüber umfassen die 18,5 Prozent alle Zuwanderer, auch die Russland- und Rumäniendeutschen, und die Kinder dieser Zuwanderer einschließlich der in Deutschland geborenen. Das Statistische Bundesamt spricht deshalb auch von der “Bevölkerung mit Migrationshintergrund”. Ausländer, die als Touristen hier leben und nicht gemeldet sind, sind jedoch auch in dieser Zahl noch nicht erfasst.

Eine etwas andere Definition der Immigranten bezieht sich auf den Teil der Bevölkerung, der im Ausland geboren ist. Die hier geborenen Kinder bleiben dabei außer Betracht, genauso die Staatsangehörigkeit. Nach dieser Definition lag der Anteil der Immigranten 2005 bei 12,6 %. Das ist ein recht hoher Wert. Niedriger zwar als die Werte klassischer Einwanderungsländer wie Kanada, Neuseeland und Australien, die zwischen 18 % und 22 % liegen. Doch höher als bei Ländern wie Holland, Österreich oder Schweden, die auf Werte zwischen 10 % und 12 % kommen.

Selbst die USA hatten im Jahr 2000 mit 11,1 % einen deutlich kleineren Anteil der im Ausland geborenen
Bevölkerung als Deutschland. Deutschland ist also tatsächlich ein Einwanderungsland.

Die Masseneinwanderung hält nun schon einige Jahrzehnte an und wird angesichts der bevorstehenden Erweiterung der EU um Rumänien und Bulgarien sowie der Herstellung der
Arbeitnehmer-Freizügigkeit mit den anderen osteuropäischen EU-Ländern ab Mai 2011 auch in den nächsten Jahrzehnten nicht an Kraft verlieren. Wenn gar die Türkei aufgenommen wird, wird sich die Immigration sogar noch weiter beschleunigen.

Inwieweit die Zuwanderung die deutsche Kultur bereichert oder die Gesellschaft vor eine Zerreißprobe stellt, ist vielfach diskutiert worden. Auch aus ökonomischer Sicht ist das Urteil gemischt.

Einerseits braucht das Land Einwanderer, um das wirtschaftliche Leben aufrechtzuerhalten. Selbst wenn man die neugeborenen Kinder der schon vorhandenen Immigranten, die ein Drittel aller Neugeborenen in Deutschland ausmachen, mit einrechnet, schrumpft die Zahl der bereits in
Deutschland ansässigen Bevölkerung derzeit schneller als die Bevölkerung eines jeden anderen entwickelten Landes dieser Erde. Nur eine Fortsetzung der Immigration kann das Land stabilisieren.

Ohne die Migranten würde der deutschen Wirtschaft weit mehr fehlen als die vielen Tore, die Miroslav Klose und Lukas Podolski bei der Weltmeisterschaft schießen. Andererseits brauchen wir die indirekte Immigration in den Sozialstaat nicht, die nun schon drei Jahrzehnte lang stattfand.

Es macht keinen Sinn, Millionen ausländischer Arbeitnehmer in das Land zu lassen, wenn die einheimischen gering Qualifizierten durch ein großzügiges Lohnersatzsystem
veranlasst werden, in dem Maße das Feld zu räumen, wie die Immigranten kommen. Die starre Lohnuntergrenze, die in der Sozialhilfe und im Arbeitslosengeld II angelegt ist, weil niemand bereit ist, für weniger zu arbeiten, als der Staat für das Nichtstun zahlt, hat zu einem ganz unsinnigen
Migrationsmuster geführt.

Die Immigranten, die nicht anspruchsberechtigt waren, nahmen die Jobs, und die Einheimischen haben sich mehr oder weniger bereitwillig in den Sessel drücken lassen, den
der Sozialstaat für sie bereithielt.

Bislang wurde diese wirtschaftliche Unvernunft durch neue Staatsschulden und Steuern gedeckt, die im Wesentlichen von den Gutverdienenden bezahlt wurden. Denn die untersten 40 %der Einkommensbezieher zahlen in Deutschland keine Einkommensteuer, und die obersten 10 % zahlen die Hälfte. Kein Wunder, dass die untersten Schichten der Gesellschaft nicht allzu viel gegen die Zuwanderung hatten. Viele begrüßten sogar, dass andere kamen, die noch tiefer standen als sie. Sie profitierten vom billigen Döner, und es störte sie auch nicht, dass der Müll von den Einwanderern abgeholt wurde. Es ist aber auch kein Wunder, dass die Steuerzahler das Weite suchen.

Schon heute investieren die Deutschen um die Hälfte mehr im Ausland als im Inland, und auch die jungen Talente verlassen das Land. Diesen Kurs kann sich Deutschland nicht länger leisten, denn die Umverteilung zulasten der Steuerzahler hat ihre Grenzen, auch wenn die Große Koalition meint, sie immer weiter hinausschieben
zu können, indem sie einen wachsenden Anteil des Sozialbudgets aus Steuermitteln finanziert.

Die Fluchtreaktionen jedoch werden die Fortsetzung dieses Weges behindern, so sehr auch die demokratischen Kräfte auf seine Intensivierung drängen. Anstatt immer mehr Einkommen
umzuverteilen, muss Deutschland sein Sozialmodell endlich überdenken und es für die Masseneinwanderung fit machen.
Hans-Werner Sinn /ifo-Instituit-München)
Professor für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft
Präsident des ifo Instituts
* Erschienen unter dem Titel “Viele Tore“, Wirtschaftswoche, Nr. 27, 3. Juli 2006, S. 198.

Israel stoppt Bombadierung Libanons für 48 Stunden

GiNN-Global iNet News.—Israel hat mit Wirkung vom 31.08. die Bombardierung Libanons durch seine Luftwaffe für 48 Stunden eingestellt, teilte ein Militärsprecher mit. Dadurch solle der Bevölkerung im Südlibanon Gelegenheit gegegeben werden, sich in Sicherheit zu bringen. Die Luftwaffe will die Einsätze jedoch fortsetzen, falls die radikal-islamischen Hisbollah weiterhin Raketenangriffe auf Nordisrael vorbereitet und dies durch Luftaufklärung sichtbar wird. Hisbollah erklärte, Israel versuche lediglich, durch diese Feuerpause die weltweite Empörung “abzufedern”.

Der israelische Rundfunk meldete, Israel werde seine Bodenangriffe jedoch “ausweiten”. Auch die Mobilisierung weiterer Reservisten wurde nicht gestoppt. US-Präsident George W. BUSH sagte, es könne so lange keine echten Waffenstillstand geben, wie Hisbollah nicht “gezügelt” worden sei und “die internationalen Grenzen respektiert” würden.

US-Außenministerin Condoleezza RICE hatte in Jerusalem die befristete Aussetzung des Bombardements durchgesetzt. Vor ihrer Rückreise nach Washington D.C. sagte sie, es bestehe in Israel und im Libanon jetzt ein “Konsens über die Bedingungen für eine dringend notwendige Waffenruhe und eine langfristige Vereinbarung”. Eine solche Vereinbarung müsse aus drei Teilen bestehen: einer Waffenruhe, politischen Grundlagen für eine längerfristige Lösung und einer internationalen Friedenstruppe. Der Libanon müsse vor allem wieder die volle Souveränität übernehmen, so Rice.

Israel erklärte zu dem Angriff auf Qana, es sei nicht auszuschliessen, daß die tödliche Explosion durch im Haus versteckte Waffen ausgelöst worden sei. Augenzeugen haben bei ersten Verhören bestätigt, zehn Minuten nach dem Bombenabwurf sei eine zweite Explosion ausgelöst worden, die das Gebäude, in dem sich 63 Flüchtlinge befunden haben sollen, vollständig zerstörte. UNO-Generalsekretär Kofi ANNAN sagte vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, es seien “mindestens 54 Menschen, darunter 37 Kinder” unter den Opfern.

Die deutsche Regierung erklärte: “Die tragischen Ereignisse und die andauernden schrecklichen Leiden der Bevölkerung im Libanon und in Israel haben erneut die Dringlichkeit eines schnellstmöglichen Waffenstillstands unterstrichen. Es ist jetzt unabdingbar, dass der Sicherheitsrat unverzüglich die hierfür notwendigen Voraussetzungen auf der Grundlage eines politischen Abkommens zwischen Israel und dem Libanon und der vollständigen Implementierung von Resolution 1559.” schafft.”

Am 01. August treffen sich europäische Außeminister in Brüssel, wo sie eine gemeinsame Position für eine anschließende Beratung im UN0-Sicherheitsrat erarbeiten wollen.

Preismonitor für Verbraucher

GiNN-Global iNet News.— Mit Blick auf die für Januar 2007 geplante Mehrwertsteuer-Erhöhung bietet das Statistische Bundesamt einen „Preismonitor“ an. Er wird monatlich aktualisiert und gibt einen grafischen Überblick über die Preisentwicklung ausgewählter Waren und Dienstleistungen, die von deutschen Haushalten häufig gekauft werden.
Bei der Auswahl der Güterarten wurde berücksichtigt, dass im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion oft gerade die häufig gekauften Waren und Dienstleistungen stehen, auch wenn auf diese Güter manchmal nur ein kleiner Teil der Konsumausgaben der Haushalte entfällt. Die Auswahl der Güterarten hat das Statistische Bundesamt in Zusammenarbeit mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. vorgenommen.

UNO-Generalsekretär: “Reputation des Sicherheitsrats steht auf dem Spiel”

GiNN-Global iNet News.—Der UNO-Sicherheitsrat trat am 31.07. zu einer Sondersitzung zusammen, um über die Bedingungen für einen Waffenstillstand im Libanon und einem UNO-Resolutionsentwurf zur Entsendung einer multilateralen Friedenstruppe unter dem Mandat der Vereinten Nationen zu beraten. UN0-Generalsekretär Kofi ANNAN appellierte an die Ratsmitglieder, ihre Differenzen zu überwinden und angesichts der tragischen Eskalation im Libanon, sich auf eine sofortige Beendigung der Feiundseligkeiten zu einigen. Anann sagte, die Reputation und Authorität des UNO-Sicherheitsrates stehe auf dem Spiel. Die Menschen hätten mnitansehen müssen, dass der UN Security Council (UNSC) “unfähig war, während der Krise schnell und entschlossen zu handeln”.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen foderte die Mitglieder des UNSC auf mit Blick auf die Opfern endlich “zu handeln, und zwar sofort!” Annan wörtlich: “We must condemn this action in the strongest possible terms. I am deeply dismayed that my earlier calls for an immediate cessation of hostilities were not heeded. ….The authority and standing of this Council are at stake.”

UNO-Vertreter erklärten, US-Aussenministerin Condoleezza RICE habe zudem ein erneutes Treffen der Außenminister vorgeschlagen, um sich auf eine UNO-Resolution zu verständigen. Frankreich legte bereits am 30.07. einen neuen Entwurf für eine Resolution vor, der ein unverzügliches Ende der Kämpfe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz fordert. Bedingungen für eine dauerhaften Waffenstillstand sind demzufolge unter anderem die Freilassung der entführten israelischen Soldaten, die Entwaffnung aller Milizen sowie die Einrichtung einer entmilitarisierten Zone im Süden Libanons.

In vielen Punkten soll der französische Vorschlag “fast identisch” sein mit Plänen der USA und von UNO-Generalsekretär Kofi ANNAN, heißt es. Die Forderung nach einer sofortigen Waffenruhe stiess bisher bei der US-Regierung auf strikte Ablehnung. Nun hofft man, in der kommenden Woche zu einer Einigung zu gelangen.

Die deutsche Bundesregierung erklärte: “Die tragischen Ereignisse und die andauernden schrecklichen Leiden der Bevölkerung im Libanon und in Israel haben erneut die Dringlichkeit eines schnellstmöglichen Waffenstillstands unterstrichen. Es ist jetzt unabdingbar, dass der Sicherheitsrat unverzüglich die hierfür notwendigen Voraussetzungen auf der Grundlage eines politischen Abkommens zwischen Israel und dem Libanon und der vollständigen Implementierung von Resolution 1559 schafft.”

“Deutsches Steuersystem schwachsinnig kompliziert”

GiNN-Global iNet News.—Einer der zwei Fraktionschefs der LINKSPARTEI im Deutschen Bundestag, Oskar LAFONTAINE hat sich in der ARD-Sendung “Sabine Christiansen” am 30.07. für eine Vermögensteuer und die Anhebung der Erbschaftsteuer ausgesprochen: „Wir haben hier eine völlige Schieflage in Deutschland: Das Volk wird viel zu stark zur Kasse gebeten. Deshalb ist das erste, was wir brauchten eine ordentliche Erbschaftsteuer und eine ordentliche Vermögensteuer”. so Lafontaine.

Die Vermögen in Deutschland seien “ungleich verteilt”. Deshalb brauche es jetzt eine Vermögensteuer, „statt dem Volk über die Mehrwertsteuer wieder in die Tasche zu greifen”. Die Volksvertretung entscheide “immer gegen das Volk”. Sie sei “zu feige, den Reichen in die Tasche zu greifen“, sagte der EX-SPD-Chef und jetzt “Linkssozialist”. Laut Lafontaine gibt es in Deutschland ein “Geldvermögen von 4000 Milliarden €”. Davon gehörten “2000 den oberen 10 000″, behauptete Lafontaine. “Wenn sie davon nur 5 % besteuern, haben sie Mehreinnahmen von 100 Millionen €”, rechnete der ehemalige Bundesfinanzminister vor.

Der Vizepräsident des Bundes der Deutschen Industrie, der Bielefelder Unternehmer Arend OETHKER (“Mein Votum ist: Auswandern”), wies die Forderung nach einer Vermögensteuer deutlich zurück: “Die Vermögenssteuer ist eine Substanz verzehrende Steuer. Ich glaube, dass man mehr mit Anreizen arbeiten muss. Man kann damit mehr Werte schaffen, als wenn man alles über einen Kamm schert. Gleichheit ist eine Fiktion, die es nicht gibt”, sagte Oetker. Die Besteuerung der Vermögen solle über die Einkommensteuer erfolgen, darüber hinaus müsse jeder selbst entscheiden, ob er über Stiftungen oder Spenden zum Gemeinwohl beitragen wolle.

Der Hedge-Fonds-Manager Florian HOMM meinte zur Vermögensteuer, die Debatte sei völlig fehl am Platze, da der deutsche Staat genug Steuermittel einnehme, diese aber “ineffizient” verwende. Offen zeigte sich Homm hingegen für die Erhöhung der Erbschaftsteuer: „Eine Erbschaftsteuer von 3 % ist wirklich lächerlich. Wir wollen keine Dynastien bauen, da ist eine smarte Umverteilung sicherlich gerecht“, sagte Homm bei “Sabine Christiansen”.

Homm: “Ich bin grundsätzlich der Auffassung, dass das deutsche Steuersystem einfach schwachsinnig kompliziert ist. Mir tun drei Leute Leid: Die Arbeitgeber, die Arbeitnehmer und die armen Finanzbeamten, die diese schwachsinnigen Gesetze umsetzen müssen.”

Zentrale Anti-Terror-Datei

GiNN-Global iNet News.—Die Zusammenarbeit von Polizei und Geheimdiensten gegen den internationalen Terrorismus auf dem Gebiet des Informations-Austauschs wird künftig erlaubt sein. Das Bundesinnenministerium soll sich mit den Länderregierungen auf eine “Zentrale Anti-Terror-Datei” geeinigt haben. Laut DER SPIEGEL wird die Datenbank künftig a l l e n deutschen Sicherheitsbehörden zugänglich sein. Inhalt der ZATD seien verdächtige Personen und terroristische Vereinigungen, aber auch Firmen und Organisation “mit möglichen Verbindungen ins islamistische Milieu”. Außer persönliche Daten von Verdächtigen sollen in der Anti-Terror-Datei auch Infos über deren Bank-, Telefon- und Internet-Verbindungen registriert werden, heißt es.

Berlins Innensenator Ehrhart KÖRTING (SPD) sagte dem Berliner TAGESSPIEGEL (30.07.), es sei vernüftig, dass Bundesinnenminister Wolfgang SCHÄUBLE (CDU) jetzt nach der Sommerpause einen Gesetzentwurf vorlege wolle.

Dazu erklärte Petra PAU, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE und Mitglied im Innenausschuss des Bundestages, diese Datei “dürfte zweifach mit dem Grundgesetz kollidieren. Zum einen hebt sie das Trennungsgebot zwischen Geheimdiensten und Polizei auf. Zum zweiten bündelt sie ungebührlich viele und vielfältige Daten. Auf die zentrale Anti-Terror-Datei sollen die deutschen Geheimdienste und die verschiedenen Kriminalämter gleichermaßen Zugriff haben. Das ist rechtswidrig.” Dazu gebe ihre Partei “als Bürgerrechtspartei” nicht ihre Zustimmung.

Der bayerische Innenminister Günther BECKSTEIN (CSU) hatte bereits zur Zeit der rotgrünen Koalition auf eine zentrale Anti-Terror-Datei gedrängt: “Sie ist seit Jahren überfällig.” Auch der damalige Bundesinnenminister Otto SCHILY (SPD) sprach von “starken Defiziten”. Das gemeinsame Terror-Abwehr-Zentrum von Bund und Ländern wurde auf seine Initiative hin in Berlin zusammengelegt.

Schwerer Bombenangriff auf Qana/Libanon – Hisbollah droht mit Vergeltung – UNO-Botschaft in Beirut gestürmt

GiNN-Global iNet News.– Ein schwerer Bombenangriff der israelischen Luftwaffe auf die libanesische Stadt Qana östlich der Küstenstadt Tyrus hat über 60 Todesopfer -darunter 37 Kinder – gekostet”, melden Agenturen aus Beirut. Das Rote Kreuz teilte mit, viele Kinder und Frauen seien unter den Opfern. Hisbollah kündigte “Vergeltung” an. Libanesische Demonstranten stürmten die diplomatische Vertretung der Vereinten Nation (UN0) in Beirut und zertrümmerten die Inneneinrichtung.

Israel hatte zuvor die Zivilbevölkerung mehrfach über Radio und mit Flugblättern aufgefordert, die Stadt zu verlassen, weil der Angriff bevorstehe. Tausende folgten dem Aufruf, aber viele blieben in ihren Häusern und Wohnungen. In der Stadt befanden sich auch Flüchtlinge.

In dem Evakuierungsaufruf hiess es: “Da terroristische Aktivitäten von Ihren Dörfern und Häusern aus gegen den Staat Israel durchgeführt werden, sind unsere Verteidigungs-Streitkräfte gezwungen, sofort dagegen vorzugehen – auch in Ihren Wohngebieten. Zu Ihrer Sicherheit fordern wir Sie auf, ihre Dörfer und Häuser sofort zu verlassen und nördlich des Litani Flusses Schutz zu suchen.”
“To all citizens south of the Litani River

(O-Ton: “Due to the terror activities being carried out against the State of Israel from within your villages and homes, the IDF is forced to respond immediately against these activities, even within your villages. For your safety! We call upon you to evacuate your villages and move north of the Litani River.”)

Die israelische Streitkräfte erklärten nach dem tragischen Angriff, man befinde sich im Krieg und Qana sei “Kampfgebiet” (a combat zone). Von dieser Stadt aus seien hunderte von Raketen abgeschossen worden, die in im Norden Israel einschlugen. Hisbollah nutzten rücksichtslos zivile Bürger als “Schutzschilde”, um auf dem “Schlachtfeld der psychologischen Kriegsführung” zu punkten.

Bodentruppen der israelischen Armee weiteten ihre Einsätze nach Norden aus. Um den libanesischen Grenzort Taibe gab es Gefechte mit den Hisbollah-Milizen, teilte eine Armeesprecherin in Tel Aviv mit.

Bei Bombenangriffen auf Masnaa an der Grenze zu Syrien wurden erneut zwei UNO-Beobachter verwundet. Israel versucht im Grenzgebiet vor allem die Straße zwischen Beirut und Damaskus zu zerstören, um Waffenlieferungen an die Hisbollah-Miliz zu unterbinden.

Die US-Außenministerin Condoleezza RICE, die erneut zu Gesprächen nach Israel gereist ist, sagte ihren Besuch in Beirut ab. Sie wird am 31.07. wieder in Washington D.C. zurück erwartet.

Israels Ministerpräsident Ehud OLMERT sagte in Jerusalem, sein Land sei “nicht in Eile, eine Waffenruhe zu erreichen”. Vorher müssten Fortschritte im diplomatischen Prozess und Vorbereitungen für eine internationale Truppe erreicht werden. Der Angriff auf Qana erfülle ihn und alle Israelis mit “Sorge und tiefster Trauer”.

“Der tragische Vorfall in Kana zeigt erneut, dass oberste Priorität nun ein schnellstmöglicher Waffenstillstand sein muss”, erklärte Bundesaußenminister Frank-Walter STEINMEIER in Berlin. Er habe mit Entsetzen von den Berichten über zahlreiche zivile Opfer in Qana erfahren. “Das furchtbare Leid besonders der unschuldigen Kinder und Frauen erfüllt uns alle mit tiefem Mitgefühl.”

Libanons Ministerpräsident Fuad SINIORA forderte einen “sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstand”. Er werde keine weiteren Verhandlungen mehr führen. Das “israelische Massaker” im Libanon sei ein “Kriegverbrechen” und müsse “international untersucht werden.”

Dazu erklärte der Israel Information Service: “Die Terror-Organisation Hisbollah, die sich der Vernichtung Israels verschrieben hat und den Süden Libanons kontrolliert, hat über 12 000 Raketen auf Israel gerichtet und bereits Tausend davon in den letzten Tagen auf Israel abgeschossen. Der massive Einsatz dieser Raketen durch die Hisbollah, der Hunderte von zivilen Verletzten und Todesopfern fordert, und weite Zerstörungen anrichtet, macht Israels Aktion unumgänglich.

Die Terroristen verstecken sich und ihre Raketen vorsätzlich inmitten der Wohnviertel und gefährden damit die Bevölkerung. Tatsächlich sind viele der bereits auf Israel abgeschossenen Raketen von Privathäusern aus abgefeuert worden, um Israels Reaktion zu durchkreuzen, da die Hisbollah-Terroristen die sie umgebenden Zivilisten als Schutzschilde für ihre Angriffe missbrauchen.”