US-Außenamt warnt vor Terror-Anschlägen während der Fußball-WM

GiNN-Global iNet News.—Das US-State Department in Washington D.C. hat fünf Wochen vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland vor Terror-Anschlägen gewarnt. In der Mitteilung des amerikanischen Außenministeriums heißt es: “Die von Al Qaida unter Beweis gestellte Fähigkeit, Anschläge auf große Ziele wie Schiffe, Bürogebäude, Botschaften und Hotels auszuüben, macht sie zu einer der größten möglichen Bedrohungen für die Fußball-WM.” Es gebe zwar keine “konkreten Drohungen”. Großveranstaltungen wie die WM in Deutschland seien jedoch “grundsätzlich ein Anlaß zur Besorgnis”, so ein Bericht in der BamS (30.04.)
Der “FIFA World Cup” beginnt am 9. Juni 2006.

Aufgrund der erhöhten Sicherheitsanforderungen wird Deutschland anlässlich der FIFA WM 2006 Grenzkontrollen an den Binnengrenzen des Schengen-Raumes aufnehmen.Dieses hat Bundesinnenminister Wolfgang SchÄUBLE dem Generalsekretär des Europäischen Rates, Javier SOLANA, und den Innenministern aller EU‑Staaten in einem Schreiben offiziell mitgeteilt. Damit sind nach dem Schengener Durchführungsübereinkommen die Voraussetzungen geschaffen, um anlässlich dieses weltweiten Großereignisses Personenkontrollen an den Binnengrenzen durchzuführen.

Klaus Staeck Präsident der Akademie der Künste in Berlin

GiNN-Global iNet News.–Der “Polit-Grafiker” Klaus STAECK (68) wurde am 29.04. 2006 zum neuen Präsidenten der Berliner Akademie der Künste gewählt. Er wird damit Nachfolger des Zürcher Schriftstellers Adolf Muschg, der
im Dezember 2005 wegen Auseinandersetzungen über den künftigen Kurs der Akademie von seinem Amt zurückgetreten war. Staeck soll die über 300 Jahre alte Akademie der Künste am Pariser Platz 4 “aus der Krise führen”.

Staeck zeigte sich über seine Wahl “freudig erregt” und kündigte eine”kämpferische Akademie” an, die sich vor Auseinandersetzungen “ohne faule Kompromisse” nicht scheuen werde. Er werde sich vor allem gegen Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus einsetzen.

“Wir werden die Rolle erfüllen, die uns das Gesetz auferlegt – wir werden uns einmischen, wo immer es Not tut.” Die Akademie werde mit vielen Veranstaltungen in Erscheinung treten, aber keine “Event-Kultur” liefern,und keine Verpflichtungen gegenüber den Kunstmärkten eingehen, versprach Staeck nach seiner Wahl.

Sein Vorgänger Muschg sagte: “Ich bin froh,dass die Akademie einen Mann von Format gewählt hat, der mit viel Realismus und gesundem Menschenverstand die Polarisierung in der Akademie abbauen kann.”

Der bekennende Sozialdemokrat und Grafiker Staeck gehört seit mehr als drei Jahrzehnten zu den bekanntesten politischen Plakatkünstlern Deutschlands. In den letzten Bundestagswahlen engagierte sich Klaus Staeck mit seiner Bürgerinitiative “Aktion für mehr Demokratie”. Die provokativen, mit Satire und Ironie gemalten Plakate des Heidelbergers führten oft zu Eklats und Auseinandersetzungen mit der Justiz.

„Deutsche Arbeiter! Die SPD will euch eure Villen im Tessin wegnehmen!“ war eines seiner bekanntesten Plakat-Titel, sowie der Spruch “Kunst ist Geheimnisverrat”.

Staeck wurde am 28. Februar 1938 in Pulsnitz/bei Dresden geboren und wuchs in Bitterfeld auf. 1956 zog er nach Heidelberg, wo er Jura studierte. 41 Mal wurde versucht, seine Arbeiten juristisch zu verbieten. Staeck ist P.E.N.-Mitglied.

Paul Spiegel gestorben

GiNN-Global iNet News.—Paul SPIEGEL (69), der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland ist am 30.04. 2006 verstorben. Der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan Kramer, bezeichnete den Tod von Paul Spiegel als einen “schwerwiegenden und kaum zu beschreibenden Verlust”
für Juden und Nicht-Juden in Deutschland: “Wir verlieren einen bedeutenden Juden und Europäer. Paul Spiegel war ein großer Brückenbauer”, sagte Kramer. Er habe Vertrauen genossen, “weit über alle Konfessionsgrenzen hinaus und in allen gesellschaftlichen Gruppen”.

Bundeskanzlerin Angela MERKEL erklärte zum Tod Spiegels:
“Der verstorbene Präsident des Zentralrats der Juden war eine beeindruckende Persönlichkeit, der sich mit großer Leidenschaft und all seiner Kraft für eine gute Zukunft der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland eingesetzt hat.

Paul Spiegel hat sich konsequent zu den Grundfesten der Demokratie bekannt. Er mahnte, wo viele stumm blieben. Sein Einsatz für Zivilcourage, für Toleranz und gegenseitigen Respekt und gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus hat Maßstäbe gesetzt.

Deutschland und die jüdische Gemeinschaft verlieren einen beispielhaften Demokraten, dem großer Respekt und Hochachtung gebührt.”

Spiegel wurde im münsterländischen Warendorf geboren. Nach dem Abitur arbeitete er für die “Allgemeinen Jüdischen Wochenzeitung”. Später leitete er ein Künstler-Agentur.

Den Holocaust überlebte Paul Spiegel bei katholischen Bauern in Belgien. Seine Schwester Rosa wurde als Elfjährige in das Konzentrationslager Auschwitz verschleppt und 1942 ermordet.

Als Nachfolger Paul Spiegels wird Zentralrats-Vizepräsident Salomon KORN (61) genannt. Der Frankfurter Architekt wurde am 4. Juni 1943 in Lublin/Polen geboren und ist Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt. Korn war bereits nach dem Tod von Ignatz BUBIS vor sechs Jahren als Präsident im Gespräch. Auch der Vizepräsidentin Charlotte KNOBLOCH (73) aus München werden Wahlchancen eingeräumt.

Zentralrat der Juden gegen Teilnahme an Buchmesse in Teheran

GiNN-Global iNet News.–Das Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland kritisiert die Teilnahmeabsichten der Frankfurter Buchmesse an der Teheraner Buchmesse im Mai 2006 “als falsches Signal des Appeasements, gegenüber dem iranischen Mullah-Regime und seiner antisemitischen Grundhaltung.”

Schon auf der Frankfurter Buchmesse 2005 hat es antisemitische Publikationen und Diskussionsforen beim iranischen Partner gegeben. Die Geschäftsführung der Frankfurter Buchmesse habe eine klare Distanzierung davon vermissen lassen.

Weiter heißt es: “Auch die intellektuelle Szene im Iran, insbesondere die Schriftsteller und Journalisten des Landes, haben sich bisher nicht eindeutig und erkennbar von der antisemitischen Staatslinie distanziert. Diese Zurückhaltung sollte nicht durch derartige Kooperationen bestätigt und unterstützt werden.”

Italien: Kommunisterführer neuer Parlamentspräsident

GiNN-Global iNet News.–Der Kommunisterführer Fausto BERTINOTTI ist in Rom nach drei gescheiterten Wahlgängen in das Amt des Parlamentspräsidenten gewählt worden. Er konnte sich erst durchsetzen, nachdem er die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit verfehlt hatte. Bertinotti ist einer der letzten orthodoxen Kommunisten in Italien. Der Fidel CASTRO-Freund ist Vorsitzender der Partei der kommunistischen Neugründung (Partito della Rifondazione Comunista.)

Bei der Wahl zum Präsidenten des Senats erzielte der Kandidat von Prodis Mitte-links-Bündnis ebenfalls nicht die notwendige Mehrheit. Es wird eine weitere Abstimmung geben.

Der ehemalige Gewerkschaftsführer Franco MARINI erreichte erst im dritten Wahlgang 161 Stimmen, 162 wären nötig gewesen. Auf den früheren Regierungschef Giulio ANDREOTTI, der für das Lager des noch amtierenden Ministerpräsidenten Silvio Berlusconis angetreten war, entfielen 155 Stimmen. Prodis Anhänger verfügen im Senat nur über eine äusserst knappe Mehrheit von zwei Sitzen.

Marini hatte im zweiten Wahlgang zwar die absolute Mehrheit erreicht, die Abstimmung wurde nach Angaben des amtierenden Senatspräsidenten Oscar Luigi SCALFARO aber wegen Unstimmigkeiten bei den Stimmzetteln annulliert. Offenbar stand auf einigen Zetteln Francesco statt Franco Marini.

IRAN: UNO-Ultimatum abgelaufen – Teheran bleibt bei Atomprogramm

GiNN-Global iNet News.— Am 28. April 2006 ist die Frist für das iranische Regime abgelaufen, die der UNO-Sicherheitsrat dem iranische Regime auferlegt hatte, das Atomprogramm offenzulegen. Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO (IAEA), Mohamed EL BARADEI, legte seinen Bericht vor. Wie es heißt, soll der IAEA-Chef noch zusätzliche Informationen aus Teheran eingearbeitet haben. Der Report soll jedoch keine Empfehlungen oder Ratschläge erhalten, sondern nur die Fakten aufzeigen (“just lay out the facts”). Die Entscheidung liegt nun beim Security Council der Vereinten Nationen in New York.

El Baradei präsentierte seinen Iran-Bericht den 35 Mitgliedern des Gouverneursrats und den Präsidenten des UNO-Sicherheitsrats, Wang Guangya, vor. Guangya wird anschließend die 14 weiteren Ratsmitglieder unterrichten. Der UNO-Sicherheitsrat wird voraussichtlich am 3. Mai zusammentreten.

US-Diplomaten bestätigten in New York, dass die fünf ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrates – USA, Großbritannien, Frankreich, China und Russland – sowie Deutschland am 9. Mai in New York zusammentreffen werden.

Wenige Stunden vor Ablauf des UNO-Ultimatums erklärte der iranische Präsident Mahmud AHMANDINESCHAD, Teheran werde sein Atomprogramm “niemals aufgeben”.

Auch der iranische UNO-Botschafter, Javad ZARIF, bekräftige die bisherige Ablehnung Irans. Es liege nicht in der Kompetenz des VN-Sicherheitsrates, sich mit dem iranischen Atomprogramm zu befassen, so Zarif in New York. Daher würde sich Teheran auch nicht verpflichtet fühlen, diesbezüglichen Beschlüssen des Weltsicheheitsrates Folge zu leisten.

“Ich bin enttäuscht, dass Iran in dieser ernsten Lage die vom UNO-Sicherheitsrat gesetzte Frist nicht genutzt hat”, sagte der “Außenminister” der EU, Javier SOLANA, der BILD am SONNTAG (30.04.). “Wir streben weiter eine diplomatische Lösung an. Der Sicherheitsrat ist jetzt gefordert zu handeln”, so Solana.

Zur Erinnerung: “Ist der Security Council der Auffassung, dass die in Artikel 41 vorgesehenen Maßnahmen unzulänglich sein würden oder sich als unzulänglich erwiesen haben, so kann er mit Luft-, See- oder Landstreitkräften die zur Wahrung oder Wiederherstellung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit erforderlichen Maßnahmen durchführen. Sie können Demonstrationen, Blockaden und sonstige Einsätze der Luft-, See- oder Landstreitkräfte von Mitgliedern der Vereinten Nationen einschließen.”
UN0-Charta, Kapitel VII, Art. 42

US-Präsident George W. BUSH erklärte, er wolle weiterhin das Problem “diplomatisch und friedlich” lösen. Die Unnachgiebigkeit Irans allerdings sei nicht akzeptabel. Es gehe jetzt darum, eine starke internationale Allianz zu formen und Iran auf friedliche Weise zur Aufgabe seiner Atomambitionen zu bewegen.

SABINE CHRISTIANSEN: Deutsche Frauen – zurück zu Herd und Wickeltisch?

GiNN-Global iNet News.—SABINE CHRISTIANSEN diskutiert am Sonntag, den 30. April, das Thema: “Deutsche Frauen – zurück zu Herd und Wickeltisch?”
Die Gäste sind:
Ursula VON DER LEYEN (Bundesfamilienministerin, CDU)
Alice SCHWARZER (Journalistin, Feministin)
Susanne GASCHKE (Autorin, Emanzipations-Kritikerin)
Hans-Olaf HENKEL (Ex-BDI-Präsident)
Wolfgang OCKENFELS (Sozialethiker, Dominikanerpater)
Rudolf FRISCH (familienfreundlicher Unternehmer)

Ursula von der Leyen, forsche Familienministerin und Mutter von 7 Kindern, die scheinbar mühelos Großfamilie und Top-Karriere unter einen Hut bringt, hat eine heftige Debatte über die Rolle von Frau und Familie losgetreten: Da geht es zum einen um das „Elterngeld“, das vom nächsten Jahr an nur in voller Höhe ausgezahlt werden soll, wenn sich auch die Väter zwei Monate hauptberuflich um ihre Kinder kümmern.

Ein unzumutbarer Eingriff ins Privatleben, empörten sich führende Leute gerade in von der Leyens Christenunion: Man(n) brauche wirklich kein „Wickel-Volontariat“, grummelte zum Beispiel CSU-Landeschef Peter Ramsauer. Doch zugleich melden sich, vom Schulterschluss der Ministerin mit den Kirchen animiert, waschechte Konservative und fordern die Rückkehr der Frauen an Herd und Wickeltisch: Angesichts der Alterspyramide und des viel zu geringen Nachwuchses in deutschen Landen müssten gerade auch gebildete Frauen ihren „Egoismus“ zurückstellen und sich wieder stärker ihrer „eigentlichen“ Rolle als Frau und Mutter widmen. Die ganze Emanzipation sei ein Fehler gewesen!

Wohin also, deutsche Frauen? Rolle rückwärts zu einem früheren Gesellschaftsbild? Oder mehr Kitas, mehr Kindergärten, mehr staatliche Unterstützung? Wie lassen sich gute Ausbildung, persönliche Freiheit und die Rolle in Beruf und Familie sinnvoll vereinbaren? Darüber spricht SABINE CHRISTIANSEN am Sonntag, den 30.04. ab 21:45 h mit ihren Gästen.

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat angedeutet, dass sich die Bundesregierung auf den von der CSU vorgeschlagenen Kompromiss zum Elterngeld einigt. In der Aufzeichnung der o.a. ARD-Sendung sagte von der Leyen: „Die Zahl ist völlig irrelevant, was das Grundprinzip angeht.“ Die CSU hatte vorgeschlagen, das Elterngeld prinzipiell zwölf Monate auszuzahlen und dann zwei fakultative so genannte „Vätermonate“ anzuschließen. Die Ministerin hatte hingegen zehn Monate plus zwei Vätermonate vorgeschlagen. „Da ist ja systematisch überhaupt gar kein Unterschied. Es ist völlig einerlei, ob die beiden Eltern sagen, wir wollen sechs Monate gemeinsam nehmen oder sechs Monate hintereinander, oder ob man es aufteilt zum Beispiel in acht Monate und in vier Monate“, sagte die Ministerin bei SABINE CHRISTIANSEN.

Am 28.04. hatten Vertreter der Bundesregierung noch Zeitungsberichte dementiert, nach denen sich die Minister in ihrer Kabinettsitzung am 1. Mai auf das CSU-Modell einigen wollten.

Von der Leyen bekräftigte, dass für sie die Einführung des Elterngeldes nur in einem gemeinsamen Konzept mit dem Ausbau der Kinderbetreuungsmöglichkeiten machbar sei. „Was wir nicht tun sollten ist, Elterngeld auszuspielen gegen Kinderbetreuung, denn beides gehört in ein geschlossenes Konzept“, so die Ministerin. Der Bund werde sowohl das Elterngeld umsetzen, als auch die Anstrengungen zum Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten verstärken.

In der gleichen Sendung verteidigte die Bundesfamilienministerin ihr umstrittenes „Bündnis für Erziehung“ mit den beiden christlichen Kirchen. „Kinder brauchen Orientierung. Und dann wird es ganz praktisch: Die großen Kirchen haben in Deutschland 1,2 Millionen Kindergartenplätze, die anderen Religionsgemeinschaften 9000. Die Tür ist weit offen, und das wissen auch alle, wir nehmen gerne im Herbst den zweiten Schritt in Angriff.“ Oppositionspolitiker und freie Träger von Kinderbetreuungseinrichtungen hatten in der vergangenen Woche die Konzentration der Ministerin auf eine Zusammenarbeit mit den beiden großen christlichen Kirchen kritisiert.

Bundesregierung rechnet mit BIP-Zuwachs von 1,5 %

GiNN-Global iNet News.—Für das Jahr 2006 rechnet die Bundesregierung mit einem Zuwachs des BIP von real gut 1,5 % (gerechnet 1,6 %). Im kommenden Jahr wird ein Wachstum von jahresdurchschnittlich rund 1 % (gerechnet 1,0 %) erwartet.

Dieser Einschätzung liegt zugrunde, dass die weltwirtschaftliche Dynamik im Projektionszeitraum weiterhin kräftig bleibt, wenngleich im kommenden Jahr etwas geringer als 2006 ausfällt. In diesem Jahr stehen den positiven außenwirtschaftlichen Impulsen zunehmend binnenwirtschaftliche Wachstumsbeiträge – insbesondere bei der Investitionstätigkeit und dem privaten Konsum – gegenüber. Damit verbreitert sich die Basis für die konjunkturelle Belebung. Diese Einschätzung wird auch von den Forschungsinstituten vertreten und durch die Entwicklung wichtiger Konjunkturindikatoren sowie Umfrageergebnisse unterstützt.

Die kräftige Zunahme der Unternehmensgewinne, ein niedriges Zinsniveau, aufgestauter Ersatz- und Modernisierungsbedarf und die wachsende Zuversicht geben den Ausrüstungsinvestitionen positive Impulse. Auch bei den Bauinvestitionen ist erstmals seit über zehn Jahren wieder eine spürbare Besserung zu erwarten.

Nach der Konsumschwäche in den vergangenen Jahren wird in diesem Jahr vom privaten Konsum wieder ein positiver Wachstumsbeitrag erwartet. Diese Einschätzung teilen auch die Konjunkturforschungsinstitute.

Der zu Jahresbeginn ausgewiesene Anstieg der Arbeitslosenzahl auf über 5 Mio. Personen hatte im Wesentlichen drei Gründe: die ungünstige Witterung, einen Vorzieheffekt wegen der Verkürzung der Bezugsdauer des Arbeitslosengelds I und teilweise wirkt auch noch der statistische Effekt infolge der Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zum ALG II nach. Im weiteren Jahresverlauf wird mit zunehmender Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung auch die Zahl der Arbeitslosen deutlich zurückgehen. Für den Jahresdurchschnitt erwartet die Bundesregierung, trotz des ungünstigen Einstiegs im ersten Quartal, rund 180 000 Arbeitslose weniger als im vergangenen Jahr, d. h. 4,68 Mio. Personen. Im kommenden Jahr dürfte sich die Zahl der Arbeitslosen nochmals um rund 60 Tsd. auf 4,62 Mio. Personen verringern.

Die Erwerbstätigkeit, die im ersten Quartal einen leichten Dämpfer erfuhr, wird sich im Laufe des Jahres verbessern. Im Jahresdurchschnitt wird ein leichter Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen um rund 30 000 Personen erwartet. Im kommenden Jahr dürfte sich diese Zunahme auf 70 000 Personen erhöhen.

USA errichten Militärstützpunkte in Bulgarien

GiNN-Global iNet News.–Die US-Außenministerin Condoleezza RICE hat auf der Konferenz der NATO-Außenminister in Sofia/Bulgarien betont, der Weltsicherheit müsse “seiner Glaubwürdigkeit wegen” auf das Atomprogramnm des Iran “reagieren”. Mitglieder des Gremiums könnten nicht Aktionen ankündigen und dies dann “ignorieren”.

Rice unterzeichnete in Sofia ein Abkommen mit Bulgarien über die Errichtung von drei US-Militärstützpunkten in dem Balkanland.

Bulgarien gilt als wichtiges Transitland zwischen Mitteleuropa und dem Nahen Osten. Das Land am Schwarzen Meer besitzt ein dichtes Eisenbahn- und Straßennetz und grenzt an den Iran, Mazedonien, Griechenland und die Türkei.

Deutsches Fortbildungs-Programm für Russlands Manager

GiNN-Global iNet News.—Das Bundeskanzleramt teilt mit: Seit 1998 ist das sogenannte Präsidentenprogramm für junge russische Managerinnen und Manager ein erfolgreicher Pfeiler der deutsch-russischen Beziehungen. Jedes Jahr absolvieren mehr als 300 russische Jungmanager im Rahmen dieses Fortbildungsprogramms ein Praktikum in einem deutschen Unternehmen.

Das Manager-Fortbildungs-Programm steht seit 1997 unter Schirmherrschaft des russischen Präsidenten. Es soll dazu beitragen, russische Unternehmen fit für den Weltmarkt zu machen.

Auch jenseits der ökonomischen Boomregionen Moskau und St. Petersburg sollten Managerinnen und Manager mit westlichen Managementtechniken vertraut gemacht werden, damit sie erfolgreich ihre Unternehmen restrukturieren konnten. Die führenden Industriestaaten und die Europäische Union unterstützen die russische Initiative.

In Russland haben sich seitdem 35 000 Jungmanager fortgebildet. Im Anschluss an eine halbjährige Fortbildung an den führenden Wirtschaftsinstituten Russlands erhielten die besten 8 500 Absolventinnen und Absolventen unter ihnen die Möglichkeit eines Auslandspraktikums. Deutschland stellt hierfür die meisten Praktikumplätze zur Verfügung: Mehr als 2 700 russische Manager haben bisher eine Praxisfortbildung in deutschen Unternehmen absolviert.

Seit 1998 unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) das Programm mit über 29 Millionen Euro. Die deutsche Wirtschaft übernahm Kosten in Höhe von mehr als 15 Millionen Euro. Mit knapp 2 Millionen Euro beteiligten sich Bundesländer und Bildungsträger.

Im Wesentlichen profitiert der Mittelstand – und zwar auf beiden Seiten. Mehr als zwei Drittel der russischen Manager kommen aus kleineren, mittelständischen Unternehmen und gehen in solche in Deutschland. Sie erlernen in den deutschen Betrieben die Praxis marktwirtschaftlicher Unternehmensführung und erarbeiten Projekte, die sie nach ihrer Rückkehr in den eigenen Firmen umsetzen.

Mehr als 1000 vorwiegend kleine und mittelständische deutsche Unternehmen aus allen Branchen und Bundesländern nahmen bislang russische Praktikantinnen und Praktikanten auf. Diese Unternehmen sind an Geschäftskontakten zu russischen Firmen interessiert oder planen die Ausweitung ihres Engagements in den Regionen.

Das deutsche Engagement zahlt sich aus: Mehr als 60 % der in deutschen Firmen fortgebildeten Manager haben nach eigenen Angaben im Ergebnis ihres Praxisaufenthalts Wirtschaftskontakte zu deutschen Firmen aufgebaut oder bestehende weiter entwickelt.

Vielfach entstanden daraus lukrative Geschäftsbeziehungen für beide Seiten. So ist allein der Wert der im Ergebnis der Praktika abgeschlossenen Lieferverträge sechs Mal höher als die für das Programm eingesetzten Bundeshaushaltsmittel.

Der deutsche Programmbeitrag wird koordiniert von InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung GmbH. InWEnt steht für Personal- und Organisationsentwicklung in der internationalen Zusammenarbeit.

Die Angebote der in Bonn ansässigen Gesellschaft richten sich an Fach- und Führungskräfte und an Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft. InWEnt arbeitet gleichermaßen mit Partnern in Entwicklungs-, Transformations- und Industrieländern und erreicht jährlich rund 55.000 Personen. Ein wichtiger Fokus liegt dabei auf der Begleitung von Transformationsländern bei ihren wirtschaftlichen und sozialen Reformprozessen.