bti-o/Berlin.–Zu der Entscheidung von Bundesminister Stolpe, die Zahlungspflicht erst zwei Monate nach Start der Betriebsphase des LKW-Mautsystems zu beginnen, erklärt der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Verkehr, Bau- und Wohnungswesen der SPD-Bundestagsfraktion, Reinhard WEIS:
“Dies ist eine vernünftige Entscheidung; sie stellt Planungssicherheit für alle Beteiligten her. Allen Spekulationen darüber, ob zum 31. August 2003 die Technik in notwendigem Umfang oder in der notwendigen Reife zur Verfügung stehen wird, wird der Boden entzogen. Entsprechende Bedenken der Transporteure werden zerstreut.
Unser Interesse war immer vorrangig darauf gerichtet, eine reibungslose Einführungsphase zu garantieren, in der das System gut funktioniert, und eine gerechte Behandlung aller Mautpflichtigen sichergestellt ist. Deshalb gibt es zu der jetzt beschlossenen Warmlaufphase keine Alternative. Angesichts der etwas unklaren technischen Lage konnte sowieso nur mit verminderten Einnahmen in den ersten Monaten gerechnet werden.
Es galt auf jeden Fall verkehrs- und industriepolitischen Schaden zu vermeiden, der zu befürchten gewesen wäre, wenn es einen Starttermin im Chaos gegeben hätte. Nunmehr wird Zeit gewonnen, um die Stückzahlen für die notwendigen On- Board-Units erheblich zu steigern. Damit werden sich dann auch Vorwürfe aus den Reihen der EU-Kommission als haltlos erweisen, die Verteilung der On-Board-Units an in- und ausländische Transporteure könnte den Tatbestand der Diskriminierung erfüllen.
Nunmehr ist ein reibungsloser Eintritt in das Zeitalter der elektronischen Erhebung von Straßenbenutzungsgebühren sichergestellt. Angesichts der Umstände ist dies das richtige Signal für die Verkehrspolitik und für den Standort Deutschland”.