20.03.2008
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IKB Industriebank meldet zusätzliche Verluste
GiNN-BerlinKontor.—Die Industriebank IKB AG muss “wegen zusätzlicher Abschreibungen durch Neubewerrtung” erneut Hilfe von der staatlichen KfW=Kreditanstalt für Wiederaufbau in Anspruch nehmen muss. Der beabsichtigte Verkauf von Portfolioinvestments der IKB wurde vom IKB-Vorstand vorübergehend ausgesetzt.
Die Absicht zur Veräußerung dieser Investments besteht gleichwohl weiter.Infolge der negativen Entwicklung an den Finanzmärkten geht die IKB beim Verkauf des risikoreichen Teils ihrer Portfolioinvestments (nominal € 3,0 Milliarden) von zusätzlichen Verlusten in Höhe von rd. € 450 Millionen “nach Anrechnung des Risikoschirms von € 1 Mrd.” aus. Auf dieses Portfolio hatte die IKB bereits € 630 Millionen abgeschrieben. Damit ergibt sich eine Gesamtsicherung in Höhe von € 2,1 Milliarden.
Infolge der zusätzlichen Verluste erwartet der IKB-Vorstand für das Geschäftsjahr 2007/08 Verluste (nach Steuern) von ca.€ 0,8 Mrd. Im Einzelabschluss der IKB AG wird jetzt einen Bilanzverlust in der Größenordnung von € 1,2 Milliarden erwartet.
In einer Pressemitteilung der IKB AG vom 20.03. heißt es: “Die höheren Bewertungsverluste führen zu einer Belastung des Eigenkapitals. Zum Ausgleich hat die KfW – wie im Rahmen des Maßnahmenpakets von Mitte Februar 2008 vorgesehen – der IKB eine weitere Kapitalverstärkung gewährt. Diese Kapitalverstärkung in Höhe von 450 Mio. € ist als Darlehen mit Forderungsverzicht und Besserungsabrede ausgestaltet und umfasst die selben Elemente wie die Kapitalzuführung in Höhe von 600 Mio. € vom 19. Februar 2008, insbesondere auch eine Besserungsabrede mit folgenden wesentlichen Elementen:
* Die Besserungsansprüche aus beiden Maßnahmen betragen insgesamt 1.050 Mio. € (zuzüglich Kostenerstattung und Zinsen). In einem Geschäftsjahr entstehen Ansprüche nur, wenn und soweit die IKB nach ihrer Bedienung im HGB-Einzelabschluss keinen Jahresfehlbetrag ausweist.
* Zinsen fallen nur für solche Geschäftsjahre an, in denen die IKB nach Bedienung der Besserungsabrede keinen Jahresfehlbetrag im HGB-Einzelabschluss ausweist.
* Die Ansprüche aus der Besserungsabrede gehen den Ansprüchen der Genussscheininhaber und stillen Einlagen der IKB AG wirtschaftlich vor.”
am 24. Mar. 2008
[…] In den darauf folgenden Wochen gaben auch erste europäische Geldinstitute bekannt, entsprechende Papiere gekauft zu haben. Besonders schlimm hatte es die UBS erwischt, die anschließend von Investoren aus dem arabischen und asiatischen Raum eine kräftige Finanzspritze erhielt. In Deutschland scheint es die IKB am schlimmsten getroffen zu haben, die bereits mehrere Finanzspritzen erhalten hat, die nahezu vollständig zu Lasten der Steuerzahler gehen. […]
am 24. Aug. 2008
[…] Der Betrag, den Lone Star jetzt für den Kauf der IKB auf den Tisch legen musste, ist übrigens nur ein kleiner Tropfen auf den großen heißen Stein. Rund neun Milliarden Euro gingen für die Rettung der Bank aus Düsseldorf drauf, und ließen wiederum die KfW, die zu 20 Prozent den (Bundes-)Ländern gehört, in mehr als rote Zahlen rutschen. Der Kauf der IKB zur Rettung war wohl der größte Faux Pas, den sich die Bundesregierung in finanzieller Hinsicht in dieser Legislaturperiode geleistet hat. Die Angst vor dem russischen Milliardär Alexander Lebedew mutet dagegen fast noch klein an. Wer versteht sie schon, diese staatliche Finanzwelt? […]