17 Millionen T-Mobile-Kundendaten geklaut

GiNN-BerlinKontor.—Ein gigantischer Datenschutz-Skandal erschüttert erneut die DEUTSCHE TELEKOM. Der Mobilfunksparte T-Mobile wurden mehr als 17 Millionen Kundenstammdaten geklaut, teilte das Unternehmen am 04.10. in Bonn mit. DER SPIEGEL hatte berichtet, der Diebstahl der Kundendaten sei bereits im Jahr 2006 entdeckt worden. Damals wurde bereits die Staatsanwaltwaltschaft Bonn eingeschaltet. T-Mobile gab die Zahl ihrer Kunden im September 2006 mit rund 30,7 Millionen Kunden an.

Ein Telekom-Sprecher erklärte dazu: “Recherchen im Internet und in Datenbörsen ergaben über Monate keine Anhaltspunkte, dass die Daten im Schwarzmarkt weitergegeben oder angeboten wurden. Deshalb ging der Konzern davon aus, dass keine Weitergabe der Daten erfolgte”.

Das Unternehmen behauptet, die entwendeten Datensätze hätten keine Bankverbindungen, Kreditkartennummern oder Verbindungsdaten enthalten, wohl aber Daten von Prepaid- und Postpaid-Kunden. Außer Name, Anschrift und Mobilfunknummer seien Teil auch Geburtsdatum und in einigen Fällen auch die E-Mail-Adresse in den Datensätzen zu finden. Laut SPIEGEL sind viele Prominente aus Kultur und Gesellschaft betroffen, aber auch auch eine große Anzahl geheimer Nummern und Privatadressen von bekannten Politikern, Ministern, Ex-Bundespräsidenten, Wirtschaftsführern, Milliardären und Glaubensvertretern. Eine Verbreitung ihrer Kontaktdaten in kriminellen Kreisen stelle eine “Bedrohung ihrer Sicherheit” dar.

In einer Pressemitteilung der DEUTSCHEN TELEKOM heißt es: „Dass dieser Fall aus 2006 uns erneut beschäftigt, trifft uns sehr. Wir gingen bisher davon aus, dass diese Daten im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen in vollem Umfang sichergestellt wurden“, so Philipp HUMM, Geschäftsführer T-Mobile Deutschland. „Ungeachtet der Tatsache, dass die Täter mit erheblicher krimineller Energie vorgingen, bedauern wir, dass wir die Daten unserer Kunden nicht unseren Ansprüchen gemäß schützen konnten.“

Telekom hat angeblich keine Hinweise, dass die entwendeten Daten “zum Nachteil unserer Kunden genutzt wurden“. Seit 2006 habe das Unternehmen jedoch die Sicherheitsmechanismen “deutlich erhöht”. Dazu zählt laut T-Mobile, dass inzwischen “komplexe Passwörter technisch notwendig sind, die Zugriffsberechtigungen weiter eingeschränkt wurden, die Zugriffe auf Kundendaten führende Datenbanken schärfer gemonitort und gespeichert werden und eine teilautomatisierte Überwachung der Sicherheit von Datenbank-Administration und Datenbank-Konfiguration entwickelt wurde”.

Zu dem jüngsten Datenschutzskandal bei der Telekom erklärt Petra PAU, Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE und im BT-Innenausschuss: “2006 sollen laut Spiegel bei der Telekom 17 Millionen persönliche Datensätze entwendet worden sein. Das sind so viele, wie die verblichene DDR Einwohnerinnen und Einwohner hatte.
Viele Personen, die davon betroffen sind, sollen dadurch gefährdet sein. Das Mindeste, was sofort zu erwarten wäre, ist, dass diese 17 Millionen Bürgerinnen und Bürger davon in Kenntnis gesetzt werden. Zudem bestätigt dieser Skandal: Wir brauchen umgehend ein neues, restriktives Datenschutzrecht. Das ist die Aufgabe des Deutschen Bundestages.”

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