11.05.2008
« älter Artikel neuerer Artikel »IWF sieht noch kein Ende der Finanzkrise
GiNN-BerlinKontor.—Für den Internationale Währungsfonds (IWF) sind die Probleme der globalen Finanzkrise “in keiner Weise gelöst.” Es gebe folglich keinen Grund zur Selbstzufriedenheit, mahnte der stellvertretende IWF-Direktor John LIPSKY. Der Süddeutschen Zeitung sagte er, die “unmittelbare Gefahr eines Zusammenbruchs der Finanzmärkte” sei zwar geringer geworden, es gebe jedoch noch viel zu tun, um eine Wiederholung zu verhindern, so Lipsky.
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank Josef ACKERMANN hatte zuvor erklärt, das baldige Ende der Finanzkrise sei abesehbar. Er lobte ausdrücklich die Zentralbanken, die nach anfänglichen Koordinierungsproblemen auf die Krise “richtig reagiert” und zusätzliche Liquidität bereitgestellt hätten. Er sei zuversichtlich, dass sich der US-Immobilienmarkt dank der konzertierten Aktion von US-Notenbank und der Wirtschaftspolitik beruhigen werde. In den USA erwartet der Chef der Deutschen Bank keine Rezession, “sondern eher eine Verlangsamung des Wachstums auf etwa 1,5 %.”
Nach einer Schätzung des Internationalen Währungsfonds im April könnte die Finanz- und Immobilienkrise in USA weltweite Schäden von rund US-$ 945 Milliarden verursachen.
Der Internationale Währungsfonds meint zudem, dass die Lebensmittelpreise - trotz eines vorübergehenden Rückgangs - nach wie vor hoch bleiben. Lipsky sagte vor dem Council on Foreign Relations in New York: “With only temporary relief likely, we expect that agricultural prices will remain high for the foreseeable future, as supply responses may require both new investment and policy reforms. This will take time”.
Angesichts des hohen Preisdrucks könnten auch makro-ökonomische Maßnahmen notwendig werden. Länder, deren Währungen an den US-Dollar gebunden seien, sollte ihre Geldpolitik als Reaktion auf ihre hohen Inflationsraten “straffen”, so Lipsky. Die Volksrepublik China solle überdies “die Effektivität seiner Geldpolitik erhöhen” und den Wechselkurs “flexibler gestalten, riet Lipsy.
Während in den USA die Leitzinsen gesenkt würden, gewinne im Zuge der zu erwartenden Wirtschaftserholung die Inflation für die dortigen Entscheidungsträger immer mehr an Bedeutung. Das US-amrikanische Konjunkturpaket werde die Nachfrage zwar abfedern, weitere Maßnahmen sollten aber eher auf den Haus- und Finanzsektor direkt abzielen, so der IWF-Vizedirektor in New York.
am 15. May. 2008
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