06.02.2009
« älter Artikel neuerer Artikel »Deutsche Bundesbank zum Kreditgeschäft
GiNN-BerlinKontor.—Die Deutsche Bundesbank teilt mit: Nach den Ergebnissen der neuesten Umfrage zum Kreditgeschaeft im vierten Quartal 2008 kam es bei den befragten Instituten erneut in allen Geschaeftsbereichen zu einer merklichen Verschaerfung der Angebotsbedingungen. Die Anpassungen in Deutschland blieben dabei jedoch abermals merklich hinter den entsprechenden Anpassungen im gesamten Euro-Raum zurueck.
Im Einzelnen verschaerften die teilnehmenden deutschen Banken per saldo ihre Standards im Kreditgeschaeft mit Unternehmen spuerbar und weiteten gleichzeitig ihre Margen kraeftig aus. Betroffen waren von diesen Anpassungen sowohl grosse als auch kleine und mittlere Unternehmen sowie Kredite aller Fristigkeiten. Dabei sahen sich die Umfrageteilnehmer einem weitgehend stagnierenden Mittelbedarf gegenueber.
Auch im Kreditgeschaeft mit privaten Haushalten wurden die Vergabekonditionen nach Angaben der befragten deutschen Bankmanager tendenziell verschaerft. So blieben zwar die Standards fuer Wohnungsbaukredite nahezu unveraendert, allerdings wurden bei dieser Kreditart die Margen sowohl fuer durchschnittliche als auch fuer risikoreichere Ausleihungen deutlich ausgeweitet. Demgegenueber schlug sich die moderate Verschaerfung bei den Konsumentenkrediten sowohl in den Standards als auch in den Margen nieder. Gleichzeitig sahen sich die teilnehmenden Institute einer leicht ruecklaeufigen Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten und einem weitgehend stagnierenden Mittelbedarf fuer Konsumzwecke gegenueber.
Fuer das erste Quartal 2009 erwarten die Umfrageteilnehmer eine weitere Verschaerfung ihrer Richtlinien im Kreditgeschaeft mit Unternehmen und privaten Haushalten.
Die Januar-Umfrage enthielt abermals Zusatzfragen zu den Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf das Kreditangebotsverhalten der befragten Banken. Hier deuten die Antworten erneut auf anhaltende Refinanzierungsprobleme hin, die sich auch in den Kreditvergabekonditionen niedergeschlagen haben. Nach den Angaben der Bankmanager hatte die Ankuendigung von Regierungsmassnahmen zur Stabilisierung des Finanzsystems bisher kaum Auswirkungen auf den Marktzugang ihres Instituts zu grossvolumiger Finanzierung. Im abgelaufenen Quartal haben sich die Beeintraechtigungen aus Eigenkapitalrestriktionen verstaerkt und auch fuer das naechste Quartal erwarten die Bankmanager weiter zunehmende Auswirkungen auf Eigenkapital und Kreditvergabe. (Bundesbank)
am 10. Mar. 2009
[…] Dies ist auch der Grund, wieso zum 1. Mai dieses Jahres ein neuer Zentralbereich innerhalb der Bundesbank geschaffen wird: „Finanzstabilität“ soll das Kind heißen und die Expertise der Bundesbank in diesem Bereich zusammenfassen. Das heißt im Klartext: Die Bundesbank wird in Zukunft ein weitaus stärkeres Auge auf die Stabilität der Finanzmärkte haben, um gegebenenfalls schneller Gegenmaßnahmen ergreifen zu können, als es in der gegenwärtigen Krise der Fall war. Trotz Vorzeichen hatte die Immobilienkrise in den USA die gesamte Weltwirtschaft eiskalt erwischt und nur langsam erholen sich die globalen Finanzmärkte von den bitteren Einbrüchen und Verlusten. […]