03.02.2008
« älter Artikel neuerer Artikel »“Israel zerstörte Atomfabrik in Syrien”
GiNN-BerlinKontor.–Seymour Myron HERSH, US-amerikanischer Investigativjournalist, veröffentlicht am 11.02.08 in THE NEW YORKER einen Artikel, in dem erneut behauptet wird, die israelische Luftwaffe hätte Anfang September 2007 eine Atomfabrik in Syrien “weggebombt”. Nachdem Israel geheimdienstliche Hinweise erhalten habe, dass auf syrischem Gebiet mit Hilfe von Nordkorea eine Nuklear-”Waffenfabrik” gebaut wird, habe sich Jerusalem zu einem “Präventivschlag” entschlossen, schreibt Hersh in THE NEW YORKER. Dieser “unglaubliche Angriff ohne Kriegserklärung” sei weder von der syrischen, noch von der amerikanischen oder israelischen Regierung kommentiert oder bestätigt worden. Der “Strike in the Dark” habe also unter strikter Geheimhaltung und ohne “Vollzugsmeldung” stattgefunden. Ganz neu ist die Geschichte nicht.
Hersh, der vorab im US-TV-Sender CNN dazu Stellung nahm, sagte, seine Recherchen hätten ergeben, dass mit nordkoreanischer Hilfe die Atomanlagen in Syrien tatsächlich errichtet und diese von den Israelis durch einen gezielten Bombenangriff zerstört wurden.
Seymour Hersh wurde 1969 weltbekannt, als er während des Vietnamkriegs das Massaker von My Lai aufdeckte. 2004 veröffentlichte er Berichte über den Folter-Skandal im irakischen Abu-Ghuraib-Gefängnis. Sy Hersh scheibt für mehrere US-Zeitungen - darunter auch The NEW YORK TIMES. Sein Schwerpunkt liegt bei nuklearen, chemischen und biologoischen Waffen.
Bereits Ende September 2007 hatten amerikanische und britische Medien bereits über einen isarelischen Angriff auf eine in Syrien gebaute Atomfabrik aus Nordkorea berichtet. (”Israelis bombed a secret Syrian nuclear program”). The Institut for Science und International Security“ (Isis) wertete damals Satelliten-Aunahmen aus, die ein würfelförmiges Gebäude am Ufer des Euphrat zeigten und in der Struktur “stark einer nordkoreanischen Atomanlage in Yongbyon ähnelt”.
Damaskus teilte damals mit, es habe sich um ein “landwirtschaftliches Forschungsgebäude” gehandelt. So “neu” ist die Sy Hersh-Story also nicht. Auch stimmt nicht, dass es keine Stellungnahmen gab. Jerusalem verwies auf die Militärzensur, dementierte aber nicht. Und Damaskus sprach von der “Bombardierung einer Agrar-Anlage”. Washingtons damaliger UNO-Botschafter John BOLTON erzählte dem “Wall Street Journal”, dass Syrien - laut US-Geheimberichten - von Nordkorea “Nuklear-Technologie” erhalten habe. Sy Hersh, der im Weißen Haus als “meist gehasster Journalist” gilt, hat vermutlich eine alte Story wieder ausgepackt und erneut aufgetischt.
Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Mohammed AL-BARADAI, erklärte dazu seine IAEA habe keinerlei Hinweise auf die Bombardierung einer Nuklearfabrik in Syien. Zuvor hatte er übrigens mitgeteilt, es könne nicht festgestellt werden, ob Nordkorea “Atomwaffen oder andere nukleare Sprengsätze” herstelle. Der IAEA-Chef forderte “Null-Toleranz” bei dem Nichteinhalten des Atomwaffensperrvertrages. “Wenn wir die Integrität des Atomwaffensperrvertrages einhalten wollen, dann ist es unausweichlich, dass alle Mitglieder ihren Verpflichtungen nachkommen”, so al-Baradei.
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