02.07.2007
« älter Artikel neuerer Artikel »Bush-Putin-Gipfel in USA - Drohen neue Kubas?
GiNN-BerlinKontor.–US-Präsident George W. BUSH empfing in der “Seaside-Datscha” seiner Eltern in Kennebunkport/Maine seinen russischen Amtskollegen Wladimir W. PUTIN. Die russische Seite betonte ausdrücklich den “informellen Charakter des Gedankenaustausches”. Es würden keine “wichtigen Entscheidungen getroffen und keine Dokumente unterzeichnet”, so Putins Sprecher Dimitri Peskow.
Hauptthemen waren die geplante USA-NATO-Raketenabwehr in Osteuropa, die Kosovo-Frage, der Iran, der Irak-Krieg, Nordkorea und - neu auf der Agenda der Amerikaner: Venezuela. Nachdem die Rhetorik Putins in den letzten Monaten “etwas außer Kontrolle geraten war”, hatten sich die US-russischen Beziehungen sichtlich abgekühlt. Der Kreml-Chef drohte mit “notwendigen Gegenmaßnahmen” und kündigte an, Moskau werde nun wieder mit den eigenen Raketensystemen “Ziele in Europa ins Visier nehmen.” Demonstrativ nahm Russland wieder Raketentest auf, zu der die internationale Presse geladen wurde.
Die US-Administration beobachtet zunehmend besorgt die Entwicklung im amerikafeindlichen Venezuela, wo der Kommunist und Fidel Castro-Freund Hugo CHAVEZ die “sozialistische Vereinigung der südamerikanischen Staaten” anstebt, die sich gegen die “Hegemonie der USA” verbinden sollen. Chavez strebt nach eigenem Bekenntnis “eine sozialistische Revolution des 21. Jahrhunderts” an, den weiteren “Ausbau des Sozialismus in Venezuela”.
In Russland, China , Syrien und Iran sieht der Venezuela-Castro seine Hauptverbündeten. Chavez reiste im Juni nach Moskau, um - so die offizielle Lesart in Caracas - über Waffenlieferungen zu verhandeln, anschließend so auch in Teheran mit Ahmadinedschad. Erinnern wir uns: Chavez beendete mit Brachialgewalt in Venezuela die “Ära der Privatisierung des venezolanischen Erdöls” und brachte es unter staatliche Kontrolle.
Im Kalten Krieg hatten die USA einen einzigen unerbittlichen Gegner im lateinamerikanischen Raum: Kuba. Heute haben sich gegen Amerika verschworen: Evo Morales in Bolivien, Lula da Silva in Brasilien, Nestor Kirchner in Argentinien, Tabare Vazquez in Uruguay, Michelle Bachelet in Chile und Hugo Chavez in Venezuela hat die “Hauptabteilung Propaganda und Agitation” für alle übernommen. Er koordiniert die anti-amerikanische psychologische Kriegsführung, den blinden Hass gegen die USA..
Er weiß: der starke antiamerikanische Block beschränkt sich nicht mehr nur auf Lateinamerika. Dem an Erdöl reichen Venezuela ist es unter Hugo Chavez gelungen, “Genossen” auch in anderen Regionen an seine Seite zu ziehen - vor allem in Asien und im Nahen Osten.
Venezuela ist einer der Hauptlieferanten von Brennstoff an China. Venezuela und China planen, auf dem chinesischen Territorium drei Erdölverarbeitungswerke und eine Tankerflotte zu bauen. In Damaskus wurde zwischen Syrien und Venezuela ein Abkommen über die Gründung eines Joint Ventures zum Bau von Ölraffinerien unterzeichnet. Der venezolanische Präsident nannte Syriens Präsident Bashar Assad “einen unserer Hauptfreunde” in der arabischen Welt.
Unbeachtet blieb in der Öffentlichkeit: Chavez forderte für a l l e Staaten - so auch für Venezuela - das Recht auf eigene Atomprogramme. O-Ton Teheran! Venezuela müsse an der Entwicklung der Atomenergiewirtschaft interessiert sein , weil die Erdölvorräte “nicht grenzenlos” sind, so Chavez.
Bush wird zur Kenntnis nehmen müssen: Für Hugo Chavez ist Russland “der starke Pol”. für seine Pläne. In Moskau sagte Chavez: „Russland erhebt sich im eurasischen Raum für das Wohl des Gleichgewichts in der Welt. Wir brauchen ein starkes Russland für das Erreichen der Gleichheit.“
Fakt ist: Chavez verhandelte in Moskau über neue Lieferungen von Waffen, darunter Militärflugzeuge und U-Boote. Russlands Waffenindustrie wird immer aggressiver auf dem Weltmarkt - auch in Lateinamerika, wo “neue Kubas” drohen.
Kolumbien kaufte neulich von den Russen 10 Militärhubschrauber vom Typ Mi-17 - angeblich, weil der US-amerikanische “Black Hawk”-Helicopter 18 US-$ teuer war. Venezuela hat bereits für 3,4 Milliarden US-Dollar über 1 000 000 Maschinenpistolen AK-103, 24 Jagdflugzeuge Su-30 MK2 und 38 Militärhubschrauber Mi-35 von Russland erhalten.
Russlands Außenminister Sergej LAWROW sagte dazu, die russische militärische Zusammenarbeit mit Venezuela widerspreche nicht dem Völkerrecht. Über Venezuela seien keine internationalen Sanktionen verhängt worden, und es bestünden auch keinerlei Beschränkungen. 2006 bezifferte sich der russische Waffenexport auf über 7 Milliarden US-$. Auf der Flugshow im französischen Le Bourget teilte Moskau 2007 mit, man werde “bis 2014 ins Ausland 242 Mehrzweckjagdflugzeuge Su-30 MKI für rund 7 Milliarden US-Dollar liefern”.
Der US-amerikanische Präsident Bush wird mit seinem russischen Amtskollegen Putin in Walker’s Point darüber sprechen (müssen ), dass auch Venezuelas Präsident Chavez ein “Luftverteidigungsystem” schaffen will, das “die ganze Karibik (sic!) schützen soll und in der Lage ist, Luftziele über eine Entfernung von 200 Kilometern zu verfolgen und sie 100 Kilometer vor Venezuelas Territorium zu vernichten.”
Fest steht: Amerika wird sich nicht nochmal gefallen lassen, dass wenige hundert Meilen vom eigenen Territorium entfernt ein neuer gegen die USA gerichteter “Flugzeugträger” für über 40 Jahre vor Anker geht - wie das kommunistische Kuba. Dies wird Bush seinem “Freund” Putin sicherlich ins Logbuch schreiben - nicht nur in Kennebunkport an der amerikanischen Atlantikküste im Sommer 2007.
Detlef R. Peters
am 3. Jul. 2007
Der “Hass” gegen die USA ist nicht blind, sondern sehr wohl berechtigt. Für 80% der Menschheit bedeutet die Pax Americana nicht Frieden sondern Krieg, nicht Demokratie sondern Tyrannei, nicht Teilhabe am Wohlstand sondern verschärfte Ausbeutung. Putin, Chavez und die anderen sehen am Beipiel Irak, daß die Macht des Imperiaums begrenzt ist. Diesmal können sich die USA nicht ‘rausreden auf ein Großmacht die Hiunter dem Widerstand im Irak steht, wie es in Vietnam der Fall war. Europa wäre weise beraten würde es sich Rechtzeitig von USA und Zionismus absetzen. Sonst heißt es mitgefangen, mitgehangen….